Archiv für April 2010

Apr 2010 22

Porsche Trecker im Lehrrevier


Im Lehr- und Forschungsrevier des JUN.i Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz verrichten drei Porsche-Traktoren aus den Jahren 1961 und 1963 den Dienst: ein Porsche Junior Einzylinder, ein Standard Zweizylinder und ein Porsche Super 3-Zylinder mit Heckhydraulik und Seitenmähwerk.P1010009
Da lag es nahe, hier auch ein Treffen von Porsche-Oldtimer-Traktoren des „Porsche Diesel Club Europa e.V.“ Region Berlin-Brandenburg zu veranstalten.DSC_1688

Das fand am 17. April 2010 bei schönstem Wetter statt.

Nach einer ausführlichen Besichtigung des Schiffshebewerks Niederfinow einschliesslich der Baustelle für das neue Schiffshebewerk ging es im Korso, begleitet von einem Primus Baujahr 1939 nd drei Lanz Bulldog der Baujahre 1932, 1941 und 1951 durch Liepe hindurch zur Buswendestelle und zurück auf den Landhof Liepe. Dort gab es grosse Anteilnahme des Publikums sowie Schnaps, Kaffee und Kuchen, danach eine Begrüssung durch Jagdhornbläser – schliesslich befinden wir uns in einem der ältesten Jagdreviere Deutschlands – und ein gutes Abendessen.

Ein rundum gelungener Tag.P1010048

Dr. Wolfgang LippsP4170098DSC_1773P1040249

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Apr 2010 06

Jagdrechtsquiz – die Lösung und 1 Gewinner!


Hände hoch !

Hier haben wir, wie jeder schon erkannt hat, das schwierige Gebiet der sog. Jedermannrechte. Nach § 127 StPO ist jedermann (nicht nur der Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft) befugt, denjenigen festzunehmen, der auf frischer Tat betroffen wird, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann.
1. Eine Identitätsfeststellung war in der Tat nicht nötig, weil der Isenbrink den Krawuttke kannte. Aber offensichtlich wollte der Krawuttke fliehen – dazu genügt zwar nicht nur das Weglaufen, aber offenbar wollte er sich befürchteter Strafverfolgung entziehen.
2. Tatsache ist, daß der mündlich vereinbarte Pachtvertrag nichtig ist, denn § 11 Abs. 4 Satz 1 BJagdG schreibt Schriftform vor, andernfalls Nichtigkeit eintritt – § 11 Abs. 6 Satz 1 BJagdG. Damit greift Krawuttke tatsächlich ohne Jagdausübungsberechtigung in das Jagdrecht der Grundeigentümer und damit das Jagdausübungsrecht der Jagdgenossenschaft ein. Wer aber in fremdes Jagdrecht bezw. Jagdausübungsrecht eingreift, begeht grundsätzlich Wilderei – § 292 StGB. Die beginnt schon dann, wenn die bloße Vorbereitungshandlung (grün anziehen, Waffe mitnehmen usw.) beendet ist und der Beginn der Ausführung folgt (Pirschbeginn, Hochsitz besteigen, Sitz hinter einem Schirm einnehmen usw.).
3. Hier haben wir allerdings eine Besonderheit. Die Jedermann-Festnahme ist nur bei Straftaten erlaubt, nicht bei Ordnungswidrigkeiten. Wilderei ist zweifelsohne eine Straftat, § 292 StGB – aber: Das Jagen aufgrund nichtigen Jagdpachtvertrages ist nach § 39 Abs. 1 Ziff. 3 BJagdG nur eine Ordnungswidrigkeit; weil das mildere Gesetz aber vorgeht, liegt in diesem Sonderfall gerade keine Straftat vor, und da gilt § 127 StPO nicht. Isenbrink durfte den Krawuttke also nicht festnehmen.
4. Und ausserdem hat die JG erkennbar in die Bejagung eingewilligt – Einwilligung des Verletzten beseitigt die Strafbarkeit, wenn sie nicht selbst sittenwidrig ist.

Da kenn‘ sich einer aus! Viele haben sich ausgekannt, aber nur einer konnte gewinnen. Stefan wird in seinem Jagdrechtsblog bezw. im Lehrprinz darüber berichten, wenn der Gewinner seinen Bock bei uns gestreckt hat.
Demnächst kommt hier das nächste Jagdrätsel! Wir freuen uns, wenn wieder viele mitmachen. Es sind noch Böcke da – klar, geht ja gerade erst los – und Schweine warten ebenfalls auf unsere Gäste.

Dr. Wolfgang Lipps
Rechtsanwalt
Geschäftsführer

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