Archiv für Juli 2014

Jul 2014 25

Bienensterben – Neonicotinoide im Visier



biene4Stiller Tod – seit Jahren unaufhaltsam

Hunderte von wissenschaftlichen Studien bestätigen seit vielen Jahren das langsame aber stetige Bienensterben.

Das ist eine dramatische Entwicklung, denn: „stirbt die Biene, stirbt der Mensch“ (unser Blogbeitrag vom 14. Juli 2011). Dem wird inzwischen niemand mehr widersprechen, aber gleichzeitig sind die Anstrengungen, hier Abhilfe zu schaffen, eher ungenügend bzw. – das muss leider festgestellt werden – auch direkt lustlos, wenn nicht sogar durch Lobby-Arbeit von Chemieriesen und der Agrarwirtschaft torpediert!

Beispiel: Neonicotinoide

Insektizide aus dieser Gruppe stehen seit langem im Verdacht, für das Bienensterben in Europa mitverantwortlich zu sein. Die Gruppe bezeichnet gegen Insekten hochwirksame synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die einen bestimmten Rezeptor in den Nervenzellen beeinträchtigen, was zu Krämpfen und schließlich zum Tod der Insekten führt.

Aufgrund mehrerer alarmierender Gutachten beauftragte die EU-Kommision daraufhin im April 2012 die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) mit der Erstellung eines Gutachtens. Im Januar 2013 wurde das veröffentlicht, es hatte die Mittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxan untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass es sehr wohl Risiken für Bienen gibt, aber die Studie konnte mangels vollständiger Daten nicht abgeschlossen werden und die Wirkungen auf andere Bestäuber konnten nicht untersucht werden. Die EU-Kommission schlug daraufhin eine vorläufige Beschränkung der Verwendung dieser Mittel vor, die Mitgliedstaaten konnten sich – wie so oft – natürlich nicht einigen, und so setzte die Kommission ihren Vorschlag einfach dahingehend um, dass die Mittel nur noch für gewerbliche Anwendungen bzw. für bestimmte Kulturen gar nicht mehr oder nur noch nach der Blüte zulässig sind. Das ganze wurde vorbehaltlich näherer Erkenntnisse auf zwei Jahre beschränkt.

Sehr wirksam war und ist das also nicht, das Bienensterben geht weiter!

Neue Erkenntnisse

Da die Neonicotinoide immerhin 40% des milliardenschweren Marktes der Insektizide ausmachen, sind einerseits die Industrie und Agrarlobby natürlich am Erhalt dieses Marktes höchst interessiert, verstärken sich andererseits aber richtiger Weise die wissenschaftlichen Anstrengungen, die Rolle dieser Mittel beim Bienensterben endgültig zu klären. Seit Jahren arbeiten deshalb Forscher in einer „Task Force on Systemic Pesticides“ (TFSP) daran und haben nunmehr, gestützt auf ca. 800 wissenschaftliche Studien (offizielle Quellenangabe allerdings: 150 Studien) eine Meta-Studie veröffentlicht: „Worldwide Intergrated Assessment“ (Voller Titel: „Worldwide Integrated Assessment of the Impact of Systemic Pesticides on Biodiversity and Ecosystems – A review of the direct and indirect effects of neonicotinoids and fipronil on vertebrate wildlife“).

Danach ist das Bienensterben tatsächlich nur der auffälligste Teil des Schadens, den die untersuchten Wirkstoffe anrichten.

Was bedeutet das ?

Es bedeutet zunächst, dass sich die Erkenntnis durchsetzen muss, wie schädlich diese Mittel sind. Sie ziehen natürlich große Teile der Nahrungskette in Mitleidenschaft, weil zu einen die Bestäuber, gerade die Bienen, weniger werden und damit durch fehlende Befruchtung von Pflanzen immer größere Produktionsausfälle entstehen. Die führen eben im Extremfall zu „…stirbt der Mensch!“. Zudem ernähren sich auch viele Tiere von behandelten Pflanzen, die das Gift in der Nahrungskette an ihre Fressfeinde weitergeben können. Auch verbreiten sich die Insektizide im Wasser und im Boden und gelangen so in weitere Tiere und deren Fressfeinde.

Der Verbreitungsschaden ist also kaum abzuschätzen.

Letztlich wird durch verringerte Mengen an Insekten auch die Vogelpopulation dezimiert – so soll in den letzten drei Jahrzehnten die Zahl der Feldvögel bereits um mehr als die Hälfte abgenommen haben, was natürlich nicht allein den Insektiziden angelastet werden kann. Aber ein Zusammenhang ist da.

Und das bedeutet zum anderen: die zuständigen Behörden sollten endlich beginnen, ein Verbot der Neonicotinoide ernsthaft in Angriff zu nehmen. Denn: „wer zu spät kommt, denn bestraft – leider nicht das Leben, sondern letztendlich der Tod!“.

Ein nachdenklicher und besorgter Geschäftsführer Dr. Wolfgang Lippsbiene2

 

 

 

 

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Jul 2014 17

Herr Gabriel – Sie täuschen, tricksen und tarnen!


Ein Kommentar zur Energiewende der Bundesregierung

eeg-kampagnenbild,property=bild,bereich=bmwi2012,sprache=de,width=620,height=221Wirtschaftsminister Gabriel macht nicht nur die Energiewende kaputt, er verkauft diese wirtschaftsfeindliche und zukunftsblinde Politik auch noch als Erfolg. In mehreren großen deutschen Zeitungen ließ er am Wochenende diese Großanzeige schalten: „Wir haben etwas an der Energiewende gestrichen: Nachteile“. Die Energiewende, so heißt es, sei jetzt: „Planbar. Bezahlbar. Effizient“.

Das Gegenteil ist richtig !

Planbar ?

Das Tempo, das Gabriel mit seinem neuen EEG vorgibt, bedeutet: Allein im Strombereich mit seinem „Deckel“ für Sonnen- uns Windstrom dauert die Energiewende über 100 Jahre. Diese Zeit haben wir aber angesichts des raschen Klimawandels nicht.

Bezahlbar ?

Jedes Jahr zahlt die deutsche Volkswirtschaft nahezu 100 Milliarden Euro für Kohle-, Gas- und Ölimporte an die arabischen Ölscheichs und an russische Gasbarone. Hinzu kommt, dass die Klimaschäden nach einer Berechnung des ehemaligen Chefvolkswirts der Weltbank etwa fünfmal teurer werden als eine rasche und intelligent organisierte Energiewende so wie sie bisher in Deutschland betrieben wurde.

Richtig ist, dass für die Energiewende 2013 die kleinen und mittleren Stromverbraucher hierzulande 20 Milliarden Euro aufbringen mussten.

Richtig ist aber auch, dass Steuerzahler für Atom- und Kohlesubventionen in den letzten Jahrzehnten etwa 400 Milliarden Euro bezahlten.

Effizient ?

Die Energiewende ist so lange nicht effizient, wie der Wirtschaftsminister darunter eine Kohlewende versteht. Nicht zufällig heißen die Folgekosten der Kohlewirtschaft „Ewigkeitskosten“.

Herr Gabriel, Sie haben nicht die Nachteile gestrichen, sondern die mittel- und langfristigen Vorteile für die gesamte deutsche Wirtschaft vergeigt und zudem zehntausende Arbeitsplätze bei den Zukunftstechnologien vernichtet.

Außerdem: Mit dieser Anzeige täuschen Sie, Sie tricksen und Sie tarnen. Glauben Sie im Ernst, so je Bundeskanzler werden zu können? Für wie dumm halten Sie uns Wählerinnen und Wähler eigentlich?

Franz Alt 16.07.2014 – Zitat aus http://www.heise.de/tp/artikel/42/42276/1.html

Das wollten wir unseren Besuchern nicht vorenthalten! Mehr von Franz Alt auch www.sonnenseite.com

Ihr Dr. Wolfgang Lipps – Geschäftsführer

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Jul 2014 03

Gabriel wurstelt weiter!


gabriel

Auch – oder gerade nach und wegen – der Neufassung des EEG vom 27.06. wird munter weiter gewurstelt und damit die Energiewende  „verwurstet“, was schon deshalb nicht verwunderlich ist, weil die Abgeordneten die 204 Seiten des Gesetzentwurfs alle überhaupt nicht lesen konnten, bevor sie brav darüber abgestimmt haben. Flüchtigkeitsfehler, z.B. die fehlenden Übergangsvorschriften für Biogasanlagen, müssen noch in weiteren Gesetzgebungsverfahren ausgebügelt werden.

Auf den Bundesrat und den Vermittlungsausschuss braucht man erfahrungsgemäß keine großen Hoffnungen zu setzen.

Um die Abgeordneten bei der Stange zu halten, hat Gabriel am Tag vor der EEG-Abstimmung eine „10-Punkte-Energie-Agenda“ herausgegeben, in der steht, wie er weiterwursteln wird:

–                  bis Ende 2014 soll eine Verordnung über die Ausschreibung von Photovoltaik-Freiflächen herauskommen,

–                  für das künftige Strommarktdesign soll es bis zum Herbst ein „Grünbuch“ geben,

–                  auf welches dann ein „Weißbuch“ folgen soll,

–                  welches Ende 2015 in eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes einfließen soll.

–                  Ebenfalls 2015 soll ein Netzentwicklungsplan unter Berücksichtigung der neuen Korridore und des Energiemarktdesigns für die Übertragungsnetze entwickelt werden.

–                  Anfang 2016 soll es dann eine Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes geben.

–                  In diesem Sommer noch will Gabriel Eckpunkte des „nationalen Aktionsplanes Energieeffizienz“ bekanntgeben

–                  Und der Emissionshandel soll für 2017 und die Folgejahre neu gestaltet werden.

Kein Leerlauf also beim Herrn Minister, und allerlei Unverbindliches, um die bislang überhasteten Maßnahmen dann irgendwie abzurunden und schlüssig und anwendbar zu machen.

Gleichzeitig aber gibt’s bei den Klimazielen nicht nur nichts Neues, sondern nur weitgehend Unpräzises. Die Ziele bleiben bei CO2-Minderung bis 20130 um 40% und einem Anteil der erneuerbaren Energieen um 30%, und dann peilt man ein „ambitioniertes und verbindliches“ Effizienzziel an, das aber von nicht näher definierten Voraussetzungen abhängig sein wird.

Neue Forschungsergebnisse zum Klimawandel zeigen leider eine leichte Verschlechterung der Situation an und relativieren die angeblich bisher erzielten Verbesserungen. Das alles aber wird im BMWi – und der EU – ignoriert.

Alle diese Verlautbarungen sind also „tönend Erz und klingende Schelle“ (1 Korinther 13), mehr nicht!

Dr. Wolfgang Lipps

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