Alte Zöpfe abschneiden – auch „traditionelle Jäger“ sind reformfähig!

Kater_3Vor genau einem Jahr haben wir an dieser Stelle unsere beliebten Rollatoren für den betagten Jägersmann vorgestellt und damit bewiesen, dass wir modernen Ideen gegenüber höchst aufgeschlossen sind.

Damit stehen wir aber nicht allein – der folgende hochwissenschaftliche Beitrag unseres Freundes L. Schneider (vielen noch aus der Suhler Jagdhütte als guter und innovativer Weidmann bekannt) beweist, wie positiv wir selbst den abstrusesten Aktionen unserer Tier- und Naturschutzfreunde begegnen:

Jagdkatze – Nachsuchen und Stöberjagden in Wolfsgebieten

Die hohe Mortalität der Jagdhunde bei Konfrontation mit Wolfsrudeln

macht deren Einsatz in unseren Wäldern angesichts der wachsenden Wolfsbestände bald unmöglich. Wer will schon mit viel Zeit- und finanziellem Aufwand einen Jagdhund ausbilden, wenn dieser dann höchstwahrscheinlich nur Wolfsfutter wird. Außerdem sind Jagdhunde oft Kameraden und Familienmitglieder, ein Verlust durch Wölfe eine familiäre Tragödie.

Seit einigen Jahren sind international anerkannte Wildbiologen auf der Suche nach Alternativen. Studien aus der russischen Taiga, Indien, Lateinamerika, Afrika und jetzt auch aus Europa zu Großkatzen  haben ergeben: Katzen können dem Wolf ebenbürtig oder sogar überlegen sein, wie Tiger, Löwe und Puma oder im Zweifelsfalle, wie der Luchs, einem Rudel Wölfe eben effektiv ausweichen, indem sie einen Baum erklimmen und somit für Wölfe unerreichbar sind.

In Europa sind Tiger und Löwe seit Jahrhunderten leider nicht mehr präsent. Erste Machbarkeitsstudien sind angeschoben, aber leider noch im Anfangsstadium und werden wohl noch einige Jahrzehnte brauchen. Einzelne aus Zirkus oder Zoo befreite Exemplare haben sich als wenig ergiebig für das Forschungsziel erwiesen, da sie einfach nicht mehr wild genug waren und Wölfe diese Exemplare nicht ernst nehmen würden.

Der Luchs ist wieder heimisch und käme sicher in Frage, ist aber leider noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden, um ihn als Alternative für Hunde in Betracht zu ziehen.

Was lag näher, als die Fähigkeiten der in Europa in ausreichender Zahl vorkommenden europäischen Hauskatze ( EHK ) für jagdliche Einsätze näher zu prüfen?

Erste Forschungsergebnisse und Feldversuche sind überwältigend positiv!

Der Jagdtrieb, Findewillen und das Vermögen, einer kranken oder auch gesunden Fährte zu folgen, scheinen sogar besser ausgeprägt als bei Hunden. Das Nachtsichtvermögen ist exzellent, auch die Ausdauer. Weiterer Vorteil aus dem alten Hund- Katze-Konflikt: Eventuell anwesende Wölfe konzentrieren sich erst einmal auf die Katze, die flüchtet auf einen Baum und bindet somit zeitweilig das Rudel; die Katze  kommt nicht zu Schaden, aber der Mensch erhält ausreichend Zeit, um sich aus der Gefahrenzone zurückzuziehen. Positiv außerdem, ein angeschweißter Keiler im Wundbett nimmt eine Katze nicht ernst und wird durch diese nicht aufgemüdet. Die EHK erklimmt den nächsten höheren Baum, da sie ja schlecht Laut geben kann und signalisiert so optisch dem Jäger, wo das Stück liegt. Daher ist der Einsatz von hellfarbigen oder mit Leuchtfarbe behandelten Katzen empfehlenswert, da diese für den Jäger bei schlechter Sicht leichter zu erkennen sind. Auf kürzere Entfernungen ist dann aber der typische Standlaut der Katze vernehmbar, den man in etwa mit „Miau“ umschreiben kann. Auch der Einsatz bei der Jagd auf den invasiven Waschbären scheint Erfolg zu versprechen – die Katze findet den Burschen auf seinen Schlafbäumen, wo er sich am Tage versteckt, da sie ihm folgen kann.

Probleme gibt es leider noch bei der Leinenführigkeit der EHK

und beim Einsatz als Stöbermeute (EHK sind unverbesserliche Einzelgänger und Individualisten), beim Einsatz gemischter Hund-Katze-Gespanne, beim Schüsseltreiben (da sie beim ersten Hörnerklang verschwinden), beim Gehorsam allgemein sowie bei der Anerkennung der EHK als anerkannte und geprüfte Nachsuchekatze durch die Jagdverbände.

Ist aber alles nur eine Frage der Zeit. Vielleicht hat man bis dahin ja auch den Tiger wieder in Deutschland angesiedelt, dann klärt sich das mit den Wölfen auch.

Mit einem kräftigen Weidmannsmiau Ihr

L. Schneider

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2 Kommentare zu „Alte Zöpfe abschneiden – auch „traditionelle Jäger“ sind reformfähig!“

  1. Ronald Braun sagt:

    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel!
    Beweist er doch anschaulich und nachvollziehbar auf welchem Weg sich die Jagd befindet!
    Es bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder einige „Besserwisser“ (mit Jagdschein) gibt, die das in Zweifel ziehen!

    Ich achte nicht auf die Vernunft.
    Die Vernunft empfiehlt immer das,
    was andere gern möchten.

  2. Holzmichel sagt:

    Ein köstlicher Beitrag. Die Vorstellung mit Mietze im Wald ist herrlich. Die Frage nur, wie man sie nach einem Schreckmoment vom Baum bekommt. Die Motorsäge ist da vermutlich nicht die Lösung. 😀

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