Energiewende – gut und schön, wenn auch überraschend und überhastet. Aber auch unüberlegt und verantwortungslos?
Leider spricht vieles dafür!
Die Agrarlandschaften der Welt werden zunehmend intensiver genutzt, durch verbesserte Methoden, durch Düngung, und nicht zuletzt durch den gerade in Europa und vor allem in Deutschland sprunghaft steigenden Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen wie Mais und Raps. Damit steht die Gefahr unmittelbar bevor, dass das Agrarland zu einer öden artenarmen pestizidbelasteten Zone wird. Mit den zunehmenden Biogasanlagen verschwinden lokale Feldfrüchte wie Weizen, Roggen, Gerste und mit diesen die Blühsäume mit Kornblumen, Mohnblumen, Ackerwinde, Johanniskraut und anderen Gewächsen. Die Maissaat ist gebeizt gegen den Maiswurzelbohrer, Totalherbizide werden gespritzt, sogar in Naturschutzgebieten verarmt die Flora. Ausserhalb vernichten die Herbizide Regenwürmer und geraten bei Starkregen in angrenzende Gewässer mit tödlichen Folgen für die dort lebende Fauna.
Vor allem aber leiden die Bienen. Wissenschaftliche Untersuchungen des EU-Umweltbüros, der Universität Würzburg, der Georg-August-Universität in Göttingen und des UFZ Helmholtz Center for Environmental Research in Leipzig haben gezeigt, dass Bienen bei ausgedehnten Rapsfeldern die in der Umgebung wachsenden Wildpflanzen vernachlässigen. In vielen Teilen der Welt geht infolge der oben aufgezeigten Agrarentwicklung die Anzahl bestäubender Insekten, vor allem aber der Bienen, drastisch und spürbar zurück. Die Europäische Honigbiene leidet ohnehin schon seit Jahren und kann durch die ebenfalls in ihrer Zahl zurückgehenden Wildbienen nicht ersetzt werden.
Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass durch die dargestellte Entwicklung in der Summe 40 % der durch Pflanzen bereitgestellten essentiellen Nährstoffe für den Menschen verloren gehen könnten, wenn diese Entwicklung fortschreitet. Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg, der Freien Universität Berlin und der Universitäten Berkeley und San Franzisco weisen darauf hin, dass Kulturpflanzen mit dem höchsten Anteil an Fetten und den Vitaminen A, C und E sowie einem hohen Anteil an Calcium Fluorid und Eisen besonders von der Bestäubung profitieren; Defizite hier wirken sich demnach besonders stark auf die Qualität menschlicher Ernährung aus.
Also: Energiewende gut und schön. Aber vielleicht starren Politiker ausnahmsweise mal nicht auf die nächste Wahl, sondern denken nach und machen eine gesunde Politik mit Augenmass und Verantwortung für Nachhaltigkeit – ein schönes Wort für hohle Lippenbekenntnisse, aber eine unmittelbare gesamtgesellschaftliche Verpflichtung! Denn, wie wir schon an anderer Stelle immer wieder gesagt haben:
Wir haben diese Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen!
Und zu deren Lebzeiten soll es weiterhin Bienen geben.
Ihr
Dr. Wolfgang Lipps
Rechtsanwalt und Geschäftsführer
(Quelle: http;www.heise.de/tp/blogs/2/150102)
Hallo Wolfgang,
da ich ein begeisterter Leser Deiner Artikel bin, schaue ich mit einer gewissen Ungedult immer wieder auf Deine Seite. Der Artikel über die Bienen ist absolut gut. Ich würde es mir wünschen, dass dieses Wissen noch viel mehr Menschen erreicht.
Gruß Thomas
Hallo Wolfgang,
ich bin am Wochenende mit dem Auto übers Land gefahren und mußte feststellen, dass keine, oder nur weinige Insenkten an meiner Windschutzscheibe klebten. Von der Sache her nicht schlecht, aber anderseits, wo sind sie. Währe interessant, ob noch andere diese Erfahrung machen konnten. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich oft einen Kärcher nutzen mußte, um die Windschutzscheibe zu reinigen.
Gruß Thomas