Unter dem Vorwand, die Gänsebestände nähmen enorm zu, sollen in diesen Tagen wieder massenhaft wildlebende Gänse in Mittelfranken (Bayern) am Altmühlsee während der Mauser und Aufzuchtzeit getötet werden. Die erforderlichen Ausnahmegenehmigungen wurden erteilt. Die Aktion, die 2008 schon einmal verhindert wurde, ist deshalb jetzt mit grösster Heimlichkeit und ohne jede Veröffentlichung vorbereitet worden.
Es gibt gute Gründe, dieser unnötigen Tötungsaktion (die dennoch natürlich die Gesamtpopulation des Altmühlsees nicht entscheidend dezimieren wird) Widerstand entgegenzusetzen.
Einer dieser Gründe ist: Derartige “Schlachtungen” von Wildtieren gerade während der Mauser und während der Aufzuchtzeit werden natürlich bekannt werden, und dann wird das wieder nicht nur auf die Betreiber Dr. Andreas König und Andreas Grauer, beide Jagdscheininhaber, zurückfallen, sondern das einhellige Unwerturteil wird sich wieder gegen die Jäger ganz allgemein richten.
Wir fordern die Bezirksregierung und das zuständige Landratsamt auf, diese törichte, schädliche und unseres Erachtens tierschutzwidrige Tötungsaktion sofort zu unterbinden!
JUN.i Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz
Dr. Wolfgang Lipps
- Geschäftsführer -
Ich habe Ihren Beitrag vom 4. Juni auf Facebook und anderen Medien veröffentlicht. Ich bin ein wahrer Jäger-Hasser (seitdem einer gegen meinen Willen ein Reh auf meinem Grundstück mit Schrot erschoss), aber dass Sie sich gegen den “Gänsemord” aussprechen, finde ich anerkennenswert. Die Stimmung unter den Tierschützern ist sehr schlecht gegenüber Jägern und viele konnten es nicht fassen, dass Sie gegen diese Tötungsaktion sind!
Freundliche Grüße
Inge von Jaduczynski
Tja, wer nun aber mal genau hinschaut, wird sich den Komentar von Dr. Pipps zweimal durchdenken.
a) Fakt ist, es gibt Schäden in einer Zeit, in der keine Gänse erlegt werden dürfen. Später, während der Jagdzeit, sind die Gänse meist nicht mehr da. Jagd & Jäger haben also nicht mal die Chance, die Situation wesentlich zu verbessern. Das ist das Probelm der Jäger! So tun, als hätte man für alles ne (Flinten-)Lösung, aber dann (aus welchen Gründen auch immä) nichts bewegen können. Das ist doch viel Imageschädlicher als eine Fangaktion durch ein Projekt – dabei ist doch die Jagd fein raus. “Ich wasche die Hände in Unschuld…” War auch der Tenor des Jägerpräsi Vocke. Wenn das bei den Sauen doch auch mal so einfach wäre. Selbst hier diskutiert man nen Frischlingsfang …. Und was ist mit den Jungfüchsen? Eberswalder Jungfuchsfalle?? Wo ist der Unterschied zwischen Vogel und Säugetier? Scheinbar existiert der doch ….
b) Ich sitz vor Ort und hab deshlab mal recherchiert, was die da wirklich machen. Der beantragte Mauserfang ist nur der winzigste Teil eines Gesamtkonzeptes: Wildökologische Raumplanung ist der größte Teil davon! Ein System aus Duldungs- und Vergrämungsgebieten wird entwickelt, den Gänsen gezeigt, wo sie hinkönnen und wo sie nicht sein sollen. Dabei kommen primär nicht-letale Maßnahmen zum Einsatz! Und das alles in enger Rücksprache mit NGOs (Jäger und Naturschützer) und GO (Regierung, Zweckverbände etc.)! Mir scheint, das ist zum ersten Mal ein sinnvoller Ansatz, eben weil man eben nicht nur aufs Abknallen rauswill.
Und mal ehrlich, als Gans würde ich lieber gefangen und in Anhalt an ne Tierschutzschlachtverordnung getötet, als von nem ungeübten Hobbyjäger 20 x mit Schrot auf viel zu weite Distanz unter Einsatz von falschen Schrot beflackt zu werden, um dann, von nem Randschrot geflügelt und von nem ungeübten Jagdhund nicht sauber gegriffen zu werden. Danke für´s Gespräch!!!! Klar soll man von Seiten der Jagd auch was beitragen, dass darf aber nicht dazu führen, das nicht weidgerecht gejagt wird. Dann doch lieber ohne Druck jagen und den nicht mit der Flinte abgeschöpften Teil der Populationszuwachses von Zeit zu Zeit wegfangen. Jagd als tiergerechte nachhaltige Nutzung! Das was sie sein soll, nicht mehr und nicht weniger! Beim Fang muss natürlich beachtet werden, dass zur Aufzucht notwendige Elterntiere nicht getötet werden, das ist klar! Das gilt hier, wie am Bau mit Jungfüchsen, gelle!
Aber nun bin ich abgeglitten. Wer von euch Schlaumeiern war eigentlich schon mal am Altmühlsee? Wenn sich ne Population in 10 Jahren verdoppelt, dann ist das, wenn man in Bochum Innenstadt sitzt toll! Aber wenn das hier so weiter geht, nützt das beste Flächenmanagement nüschd. Dann sind es einfach zu viele Gänse! Und wer zahlt den Landwirten denn die Wildschäden? Keinen Cent bekommen die!
Das sind doch die Fakten, und ihr macht euch Gedanken über das Image der Jäger statt konstruktiv mitzuarbeiten! das wäre wichtig! Und nicht im Internet große Reden schwingen! Sag ich, als jemand, der in der Region zu Hause ist und zur Jagd geht!
Also, nicht für Ungut, aber auch in Internetbloggs gilt der wie bei der Jagd, erst Ansprechen und dann Schießen. Etwas mehr Recherchieren und nicht bei ausgemachten Jagdgegnern abschreiben und schon sieht man was wirklich Fakt ist …
WeiHei
jens