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Bibermanagement

Der erfolgreich wiedereingeürgerte Biber wird neuerdings immer mehr zum Problem, vergl. „Die Problem-Biber“ in der MOZ vom 14./15.11.09 S. 8..

Das Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz unterhält zwei inzwischen als Versuchs- und Lehrreviere dienende gemeinschaftliche Jagdbezirke im Oderbruch mit zusammen etwa 1700 ha jagdbarer Fläche, nämlich die Reviere Liepe und Niederfinow, und hat hier umfangreich mit Bibern zu tun. Hier zeigt sich deutlich, dass die erfreulich gestiegene Biberpopulation jetzt einen Grad erreicht hat, der ein regulierendes Eingreifen unbedingt erforderlich macht. Das Institut sieht eine ganze Reihe konzertierter Massnahmen als möglich an, sieht aber das Fangen und Aussiedeln von Bibern nicht als dauerhafte Lösung, weil es etliche zum Teil nicht prognostizierbare Nachteile birgt. Auch das Institut hält die Bejagung mit der Büchse nicht für zielführend, ist aber der Ansicht, dass eine Regulierung nur dadurch sinnvoll geschehen oder jedenfalls unterstützt werden kann, dass hinreichend viele Exemplare der Jugendklasse aus der Wildbahn genommen werden. Das kann nur durch die Fallenjagd geschehen, wobei die noch nicht geschlechtsreifen Jungbiber angesichts der hohen Reproduktionsrate von Bibern getötet und nicht umgesiedelt werden sollten.

Das erfordert aber zunächst ein genaues Kamera-Monitoring der einzelnen Biberburgen, um die Familien kennenzulernen, die Jungbiber zu selektieren und die Anzahl der Jungbiber eines Wurfes zu bestimmen, weil noch keine Erkenntnisse darüber vorliegen, ob die Entnahme des gesamten Wurfes eine unzeitige Reproduktion wie beim Schwarzwild auslöst.

Die Institutsreviere beherbergen 5 bis maximal 10 Biberburgen, die nach erster Übersicht für ein Versuchsprogramm geeignet wären und könnte ferner einen Berufsjäger abstellen, der neben seinen sonstigen Aufgaben nach gemeinsamer Auswertung der Bilder dann die zweimal täglichen Fallengänge durchführen würde.

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