Schwarzwildschäden auf Grünland
Der Deutsche Jagdschutz-Verband e. V. (DJV) und der Deutsche Bauernverband DBV) haben für die Versuchszeit vom 01.01.2008 bis 31.03.2011 ein Modellvorhaben in Angriff genommen, das im Hinblick auf den zunehmenden Energiepflanzenanbau, insbesondere Maisanbau, Wege erarbeiten soll, wie im Zusammenwirken von Landnutzern, Eigentümern und Jagdausübungsberechtigten eine für alle Beteiligten vorteilhafte ökonomische Lösung der Schwarzwildschäden vorzugsweise im Mais erreicht werden kann.
Das vom Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz geplante Vorhaben hat eine verwandte, aber im Detail veränderte Zielrichtung und Methodik und geht plangemäss weiter in den Lösungsvorschlägen, kann also einerseits auf der Kostenseite Synergien durch die Nutzung genereller Erkenntnisse des DJV/DBV-Vorhabens realisieren, benötigt andererseits aber weitergehende Kosten zufolge der größeren Versuchsbreite und Auswertungsdichte.
Auf und an unterschiedlichen Grünflächen soll an ca. 50 Versuchsstellen vorzugsweise in den, aber durch die Schwarzwildvorkommen keineswegs ausschliesslich dazu prädestinierten, neuen Bundesländern, vor allem Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, untersucht werden, wie durch neue Fernhaltemethoden, neue Vergrämungsstrategien, neue Ablenkungsverfahren, novellierte Bejagungsmethoden und andere Biotopgestaltende Massnahmen wie künstliche Suhlen u.a.m. Grünlandschäden durch Schwarzwild auf ein erträgliches Mass reduziert werden können. Zugleich sollen die Veruche Erkenntnisse vermitteln über die im Gesetz- oder Verordnungswege gegebenenfalls neu zu definierende gesamtgesellschaftliche Bewältigung des Problems. Das gesamte Vorhaben steht unter der Prämisse der nachhaltigen Bewirtschaftung von erwünschten Schwarzwilddichten unter vernünftiger Abgrenzung gegen die nach § 1 BJagdG prioritären Forderungen der Land- und insbesondere Viehwirtschaft.