„Rabaukenjäger“ – schaden sie der Jagd?

Beständer 2„Jäger sind Heger“ – „Jagd ist angewandter Naturschutz“ – „die Hege unseres Wildes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“; mal ehrlich, Freunde, interessiert eigentlich keine Sau! Zwar hat der DJV in einer Umfrage 2011 ermittelt: Jäger lieben die Natur (88% der Befragten), es ist gut, dass Jäger in Notzeiten Wild füttern (85%), Jäger müssen Wildbestände regulieren (82%), Jäger investieren viel Zeit in Naturschutz (70%) und Jäger helfen vielen seltenen Tierarten (69%). Hört man gern, aber die Medien interessiert das kein bisschen!

Ist ja auch klar: good news is no news, bad news is good news! Muss man nicht übersetzen, denn:

Der Kerl, der das tote Reh an der Anhängerkupplung hinter sich herschleift, war mit Bild in allen Rabaukenjägerdeutschen Blättern. Aus seiner Geldbuße und Entschuldigung, mit der er in letzter Sekunde seinen Jagdschein gerettet hat – leider, finden wir – hat er nichts gelernt; hat er doch den armen Redakteur, der ihn einen „Rabauken-Jäger“ nannte, gleich mal erfolgreich angezeigt. Amts- und Landgericht haben das nicht für eine kräftige Meinungsäußerung gehalten, sondern für eine Beleidigung. Kann man juristisch begründen, weil das eben von der subjektiven Befindlichkeit des jeweiligen Richters abhängt – vertretbar oder gar richtig finden wir das nicht. Und dass der Mensch grob – und wie man vermuten darf, nach wie vor unbelehrbar – gegen Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit verstoßen hat, wurde ihm schon im verwaltungsgerichtlichen Verfahren deutlich ins Stammbuch geschrieben.

Ebenso wurde bundesweit über den Menschen berichtet, der 4 führende Bachen abgeknallt hat. Hat auch noch versucht, die Tat einem passenderweise mittlerweile verstorbenen Jagdgast unterzujubeln. Wird immerhin seinen Jagdschein verlieren, wenn´s beim Urteil bleibt. Den wenigstens sind wir also los.

Und immer schreit die Presse auf, wenn irgendwas mit Jägern passiert: Jäger bedroht Reiter, Jäger erschießt Hund auf Spaziergang, Jäger zielt auf Polizisten, usw. usf. Die erklärten Jagdgegner listen sowas genüsslich auf ihren websites auf; die „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ allein 150 Fälle in 2015, die unsägliche PETA diese Mengen gleich für die letzten drei Jahre.

Schadet das der Jagd?

Sieht man die Umfrage des DJV, so möchte man meinen: Nein. Vernünftige Menschen lassen sich durch so etwas nicht das Urteil trüben. Schaut man sich allerdings unsere Umweltschutzorganisationen und unsere Parteien an, so wird klar: das wirkt vielleicht nicht unmittelbar und wird nicht vordergründig instrumentalisiert, aber es motiviert natürlich mit! Deshalb z. B. der Appell von Paul Ehrenfeld (in Outfox) am 13. Februar 2016: „Laden wir die Grünen ein und erklären wir ihnen die Jagd“. Er hat Recht, wenn er schreibt:

„Dem Wahlvolk liegt die Jagd genauso am Herzen wie uns Jägern die EU-Margarineverordnung – fremd, skurril, uninteressant, eine Spielwiese für Fachidioten. Wir Jäger … erwarten ein Szenario einer vom Wähler legitimierten Partei mit für uns bedrohlichem Veränderungswillen und -potenzial. Und wir haben ja bereits intensive Erfahrungen mit grüner Jagdgesetzgebung in einigen Bundesländern gemacht. (Fettdruck vom Unterzeichneten)

Denn auch wenn das dem Wahlvolk sicherlich nicht so klar ist, weil es subtil verschleiert wird: die Naturschutzverbände, allen voran NABU und Bund und wie sie alle heißen, sind Gegner der Jagd! Sie verbünden sich mit ausgewiesenen Jagdgegnern und stellen als „Reform“ getarnte Forderungskataloge auf: Verbot von Fütterungen und der Baujagd, Ende des sog. Jagdzwanges und – wie deutlich kann man noch werden – Eingrenzung der Jagdzeiten auf September bis Dezember und anderes mehr. Das fließt zunehmend in die Jagdrechtsnovellen ein, und das wär´s dann.

Was tun?

Hubertus2002vielleicht-001An sich haben wir Verbände, die unsere Interessen vertreten und durchsetzen sollen. Aber „die tun nix, die wollen nur spielen“. Denn sie sind zwar sicherlich, soweit Funktionäre den nötigen Elan überhaupt aufbringen, guten Willens, aber völlig unerfahren in Öffentlichkeitsarbeit und eine leichte Beute der gut organisierten und vernetzten Gegner – von „Wald-vor-Wild“-Forstleuten über den ökologischen Jagdverband bis zu den Naturschützern und ihrer Anhängerschaft im politischen Raum.

Deshalb müssen wir, die Jäger, schon selbst was tun. Dazu gehört:

  • –        Leben wir weidgerechte und nachhaltige Jagd vor.
  • –        Gehen wir in die Schulen und unterstützen wir den „Lernort Natur“.
  • –        Nehmen wir Interessierte, insbesondere Frauen, mit zur Jagd.
  • –        Boykottieren wir „Rabauken-Jäger“ und Schiesser, und
  • –        werben wir auch in unseren Internet-Foren unter Klarnamen für Hege und Jagd.

Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.

Ihr Dr. Wolfgang Lipps

Jäger Zinnfigur

 

 

 

 

 

 

1 Kommentar zu „„Rabaukenjäger“ – schaden sie der Jagd?“

  1. Paul Z. sagt:

    Moin Moin Herr Dr. Lipps,
    toller Artikel 5 Sterne ! Sehr informativ Danke dafür…
    Freue mich auf nächstes Jahr da geht es sehr wahrscheinlich zur Jagd nach AFRIK ! Alles Gute
    Waidmannsheil Eric

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