Artikel-Schlagworte: „Energiewende“

Jul 2014 03

Gabriel wurstelt weiter!


gabriel

Auch – oder gerade nach und wegen – der Neufassung des EEG vom 27.06. wird munter weiter gewurstelt und damit die Energiewende  „verwurstet“, was schon deshalb nicht verwunderlich ist, weil die Abgeordneten die 204 Seiten des Gesetzentwurfs alle überhaupt nicht lesen konnten, bevor sie brav darüber abgestimmt haben. Flüchtigkeitsfehler, z.B. die fehlenden Übergangsvorschriften für Biogasanlagen, müssen noch in weiteren Gesetzgebungsverfahren ausgebügelt werden.

Auf den Bundesrat und den Vermittlungsausschuss braucht man erfahrungsgemäß keine großen Hoffnungen zu setzen.

Um die Abgeordneten bei der Stange zu halten, hat Gabriel am Tag vor der EEG-Abstimmung eine „10-Punkte-Energie-Agenda“ herausgegeben, in der steht, wie er weiterwursteln wird:

–                  bis Ende 2014 soll eine Verordnung über die Ausschreibung von Photovoltaik-Freiflächen herauskommen,

–                  für das künftige Strommarktdesign soll es bis zum Herbst ein „Grünbuch“ geben,

–                  auf welches dann ein „Weißbuch“ folgen soll,

–                  welches Ende 2015 in eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes einfließen soll.

–                  Ebenfalls 2015 soll ein Netzentwicklungsplan unter Berücksichtigung der neuen Korridore und des Energiemarktdesigns für die Übertragungsnetze entwickelt werden.

–                  Anfang 2016 soll es dann eine Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes geben.

–                  In diesem Sommer noch will Gabriel Eckpunkte des „nationalen Aktionsplanes Energieeffizienz“ bekanntgeben

–                  Und der Emissionshandel soll für 2017 und die Folgejahre neu gestaltet werden.

Kein Leerlauf also beim Herrn Minister, und allerlei Unverbindliches, um die bislang überhasteten Maßnahmen dann irgendwie abzurunden und schlüssig und anwendbar zu machen.

Gleichzeitig aber gibt’s bei den Klimazielen nicht nur nichts Neues, sondern nur weitgehend Unpräzises. Die Ziele bleiben bei CO2-Minderung bis 20130 um 40% und einem Anteil der erneuerbaren Energieen um 30%, und dann peilt man ein „ambitioniertes und verbindliches“ Effizienzziel an, das aber von nicht näher definierten Voraussetzungen abhängig sein wird.

Neue Forschungsergebnisse zum Klimawandel zeigen leider eine leichte Verschlechterung der Situation an und relativieren die angeblich bisher erzielten Verbesserungen. Das alles aber wird im BMWi – und der EU – ignoriert.

Alle diese Verlautbarungen sind also „tönend Erz und klingende Schelle“ (1 Korinther 13), mehr nicht!

Dr. Wolfgang Lipps

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Jul 2013 06

Solarstrom – die falsche Energiewende !


SolarstromGut gemeint – schlecht gemacht!

Die überhastete Energiewende fördert, weitgehend konzeptionslos, drei Erzeuger neuer Energie: Biomasse, Windenergie und Solarstrom. Alle drei bringen zum Teil gewaltige Probleme mit sich, aber die teuerste und zugleich am wenigsten nutzbringende Variante ist die Erzeugung von Solarstrom. Sie zeigt zudem die Planlosigkeit der Politik am deutlichsten.

Das falsche Pferd.

Es beginnt damit, dass eine rapide gewachsene Solarindustrie in Deutschland allein durch die chinesische Konkurrenz binnen kürzester Zeit in die Knie gegangen ist – jetzt hat es, nach Solon, Q-Cells, Centrotherm und anderen einen der größten Pioniere der Branche erwischt: Conergy. 99% des Börsenwertes vernichtet, 1200 Beschäftigte arbeitslos.

Das hat dazu geführt, dass die Förderung der Solarindustrie durch die öffentliche Hand, genauer: den deutschen Steuerzahler, nicht nur weitgehend „in die Hose“, sondern nach China gegangen ist; von den 20 Milliarden EURO Fördergeldern ist ein großer Teil in den Kauf chinesischer Produkte abgeflossen.

Was für ein Unsinn!

Genauso unsinnig ist die Förderung, die über die (inzwischen verringerte) Einspeisevergütung und in anderer Weise hiergeblieben ist. Das Land und seine Hausdächer sind inzwischen ziemlich vollgepflastert mit Solar-Paneelen, aber am ganzen deutschen Energiemix nimmt die Erzeugung von Solarstrom, wenn auch kontinuierlich steigend, nur sehr geringfügig teil: nach ca. 3% in 2011 waren es ca 4,5 bis 4,7% in 2012. Das ist letztlich eine verheerende Kosten-Nutzen-Relation, was die Politik nicht daran gehindert hat, vor kurzem nochmals weitere 50 Mio EURO an Subventionen auszuloben.

Zudem ist die Solarenergie auch noch weitgehend ineffektiv, da man sie noch nicht speichern kann – ein Schicksal, das sie allerdings mit Biomasse und Windkraft teilt, aber gerade Biomasse ist leichter steuerbar. Denn wenn die Sonne kräftig scheint, erzeugen heute schon Solaranlagen zuviel ungebrauchte Energie, und an Regentagen muss koventionell zuproduziert werden.

Kein Schluss mit dem Gewurschtel in Sicht!

Es wird höchste Zeit, dass die Politik ein klares Konzept entwickelt, mit vernünftigen Finanzierungsmodellen und für die Bürger erträglich. Inzwischen steht fest, dass die Strompreise in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen werden. Damit wird die Eigenstromerzeugung von Immobilienbesitzern zunehmend ein Mittel, den Fremdbezug von teurem Strom zu verringern. Nur das sollte mit Augenmaß und vernünftig politisch unterstützt werden, aber ohne Investitionsförderung und ohne Einspeisevergütung – da gibt es intelligentere Möglichkeiten.

Aber gerade im Wahlkampf wird ja bekanntlich das Gehirn ausgeschaltet!

Ihr

Solarstrom_2

Dr. Wolfgang Lipps

 

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