die Amerikaner ein Volk von Jägern – meist in rotkarierten Jacken und mit Vollerntern – und vor allem Schützen sind, wie man von Clint Eastwood weiss, lag es nahe, dass unsere Rechercheure die 250000 Wikileaks-Dokumente mal gezielt ansehen. Aus der Googlesuche unter Deutschland-UND-Jagd-UND-Jäger-UND-Naturschutz-UND-Jagdgegner hier einige interessante Meldungen der amerikanischen Diplomaten nach Washington:
- die amerikanische Rauchwarenindustrie (nicht Zigaretten sondern Pelze, Dummie!) muss sich auf segmentelle Umsatzrückgänge einstellen, vor allem bei Biberfellmützen nach Art des Davy Crockett. Denn einerseits sind die Europäer zu blöd, um sich selbst welche zu schiessen, aber andererseits hat die deutsche Wiedervereinigung zum fast völligen und nur mit dem Trabbi vergleichbaren Verschwinden der ostdeutschen Fellmütze mit Ohrenklappen und vor allem mit Schirm geführt;
- über den Staatssekretär im saarländischen Umweltministerium Borger wird an Hillary berichtet, er sei ein „Schlichtbeutel“ („simple-bag“), weil er Jagdgegnern bei Drückjagden allen Ernstes Logenplätze zum Demonstrieren zuweisen will;
- dem nordrhein-westfälischen Umweltminister wird nebulöses Verständnis der Jagd („foggy perception of what hunting means“) attestiert;
- es wird zur Weiterleitung an die NRA (National Rifle Association – ein wichtiger Wählerstamm in den USA) beobachtet, dass die deutsche Polizei sich insbesondere bei ihrem Waffentick („well-nigh neurotic weapons phobia“) immerhin FBI-Gepflogenheiten annähere. Dieser Dienst pflegt ja bekanntlich unschuldigen Bürgern Fallen zu stellen, um sie dann einer Straftat überführen zu können. Das mache die German Police jetzt auch, bei der – für die amerikanische my-home-is-my-castle-Mentalität völlig unverständlichen (nur im Irak nicht!) – „verdachtsunabhängigen Waffenschrankkontrolle“. Da würden nicht nur gesetzeswidrig auch gleich noch die Waffen mitkontrolliert, und der Ehefrau gerne auch mal ´ne Falle gestellt (“dann machen doch einfach Sie mal das Waffenschränkchen auf, Gnädigste”) oder es wird gefragt, “ob der Ehemann schon mal gewalttätig werde, oder ob er mehr als eine Waffe auf´m Küchentisch putzen würde – dann gleich Strafverfahren!
Und so weiter und so fort.
Über die
dieser Meldungen können wir natürlich nichts sagen. An sich ist Wikileaks bisher noch nie eines falschen Zitats überführt worden, aber man weiss ja, dass die in der letzten Zeit mehrfach Zielscheibe von grossangelegten Hackerangriffen waren, die nach Erkenntnissen eingeweihter Kreise bis hinauf in amerikanische Regierungskreise, aber auch weit in nahöstliche Geheimdienste reichen. Die amerikanische Botschaft hält sich bedeckt: „Erstens sind die Meldungen nicht von uns, und zweitens sagen wir garnichts, und drittens sagen wir nur was, wenn Ihr endlich die Berliner Wildschweine aus unserem Garten fernhaltet („prevent the f…ing wild boar from eating his Excellency´s vegetables“).
Na ja, uns geht´s sowieso nur um Inhalte.
Lesen Sie doch selbst mal nach.
Ihr
Dr. Wolfgang Lipps CAIO (Chief Analyst Internet Operations)
JUN.i Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz