Artikel-Schlagworte: „Nachhaltigkeit“

Nov 2015 10

Jagdgatter – weidgerechte Jagd oder Schießkino?


Otto vonIm Juni 1871 schenkte Kaiser Wilhelm I seinem Reichskanzler Otto von Bismarck den Sachsenwald nahe Reinbek in Schleswig-Holstein, eines der größten (und schönsten) zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands. Seitdem wird darin gejagt, und zwar in einem eingezäunten Gebiet, einem Jagdgatter. Alljährlich können zahlreiche Jagdgäste auf eigens angesetzten Drückjagden dort auf Rothirsch, Damhirsch und Sau weidwerken.

Der Kampf um die Gatterjagd

Allerdings ist das seit spätestens dem 28. Oktober 2014 rechtswidrig, denn das Landesjagdgesetz Schleswig-Holsteins schaffte die Gatterjagd 1999 ab und beschränkte den Bestandsschutz für „Altgatter“ bis zu diesem Datum.

Graf Bismarck

Das jedoch will sich Fürst Gregor von Bismarck (rechts im Bild) nicht gefallen lassen. Was 140 Jahre lang rechtens war, will er sich nicht einfach nehmen lassen, er will prozessieren. Ob er damit Erfolg haben wird, kann man nicht voraussagen.

Relativ erfolgreich war dagegen die Freiherr von Spoerken GmbH – nicht zuletzt, weil sie von RA Asche vertreten wurde, der bekanntlich nicht nur vom Jagen, Sex und Tiere essen, sondern auch vom Jagdrecht besonders viel versteht. Die GmbH sitzt mit ihrem Jagdgatter, das kommerziell bejagt wird, in Lüdersburg bei Lüneburg und lässt dort jedes Jahr an 7 Teichen ca. 2000 Enten schießen, die zuvor eingesetzt werden. Der Vorsitzende vom NABU Lüneburg leistete detektivische Arbeit und schwärzte dann den Betreiber an, weil die Enten die Teiche verschmutzten – zunächst erfolgreich. Das Oberverwaltungsgericht hob allerdings die Verbotsverfügung der Jagd- und Umweltbehörde, der zuvor der grüne Landwirtschaftsminister Meyer mutig den Rücken gestärkt hatte, wieder auf – sie war grob fehlerhaft.

Sowas kommt von sowas.

Der gräflich Ortenburg´schen Verwaltung in Oberfranken ist sowas noch nicht passiert; sie führt in jedem Jahr in einem etwa 450 ha großen Jagdgatter auf Rot- Dam-, Muffel- und Schwarzwild Gästejagden durch.

Das sind keine Ausnahmen. Die genaue Zahl von bestehenden Jagdgattern in Deutschland ist zwar nicht bekannt, aber man schätzt sie auf ca. 6000 mit ca. 100.000 Wildtieren. Der NABU nennt Jagdgatter, in der ihm eigenen unsachlichen Verschlagwortung, „Jagdbordelle“ – eine sprachlich und inhaltlich höchst verunglückte Metapher.

Die Rechtslage

Jagdgatter LüdersburgJagdgatter (im Bild: Lüdersdorf) sind abgeschlossene Bereiche, in denen Wild sich zwar frei bewegen kann – sonst wären das keine „Wildtiere“ im Sinne des Jagdrechts mehr – aber eben den eingezäunten Bereich nicht verlassen kann, und in denen das Wild bejagt werden soll; sie dienen ausschließlich der Jagd. Das Bundesjagdgesetz sagt dazu so gut wie nichts, geht aber davon aus, dass es solche Wildgehege landesrechtlich geben kann (§§ 20(2), 28(1) und 30). Ebenfalls keinerlei Regelungen dazu enthalten die Landesjagdgesetze von Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen und Thüringen.

Ausdrücklich erlaubt, aber genehmigungspflichtig, sind Jagdgatter in Bayern (Art. 23 LJagdG). Ausdrücklich verboten sind sie in Brandenburg (§ 20(1)), Mecklenburg-Vorpommern (§ 31), im Saarland (§ 29) und in Sachsen-Anhalt (§ 25).

Jagdgatter, die vor dem Inkrafttreten der jeweiligen Landesjagdgesetze bereits bestanden, haben Bestandsschutz, wenn auch mit einzelnen Einschränkungen, ebenfalls in Bayern, sodann aber auch in Niedersachsen (§ 41(3)), NRW (§ 21(4) und (7)), Rheinland-Pfalz (§ 54(3)) und eben Schleswig-Holstein gem. § 39 bis zum 28.10.2014.

Da lassen sich natürlich lustige Fälle bilden, wenn z. B. jemand seine Eigenjagd, sofern das möglich ist (Straßen usw.) fest einzäunt (Baugenehmigung im Außenbereich beachten) und dann darin jagt – je nachdem, in welchem Bundesland er sitzt, und was die Behörden so sagen, und wie der NABU dort aufgestellt ist, kann  es vom Shitstorm über Hauen und Stechen bis zur lukrativen Kommerzjagd alles geben!

Und die Weidgerechtigkeit?

Schwierige Gewissensfrage. Mit Schlagworten wie „alte Feudaljagd“ oder „Jagdbordell“ oder „Schießkino“ kommt man der Frage nicht wirklich näher. Denn zum einen gehen ja etliche Landesgesetzgeber davon aus, dass so eine Jagd rechtens ist – dann kann man sie zunächst mal nicht direkt diskriminieren. Zum anderen kommt es auf viele wichtige Parameter an. So ist u. E. Rotwild als große weit ziehende Schalenwildart auch in großen Jagdgattern – den spanischen Gattern vergleichbare Größen gibt es bei uns nicht annähernd – in tierschutzwidriger Weise eingeengt. Die Größe ist so mitentscheidend, und da finden wir 450 ha nicht so doll und 200 ha erheblich zu wenig. Natürlich kommt´s auch auf das Biotop an und dann auf die Wilddichte. Wenn die grob überhöht ist, haben wir ein Schießkino. Auch die Art der Bejagung und die Anzahl der Schützen ist entscheidend. Wir zitieren dazu TopAgrar: „Forstbeamten wird vorgeworfen, bei einer Gatterjagd am 20. Dezember 2014 im staatlichen Revier Gut Burghof (Kreis Paderborn) in einer faktisch lückenlosen Einzäunung zusammen mit einer unverhältnismäßig hohen Anzahl anderer Jäger gezielt an zwei Durchlässen das Rotwild geschossen zu haben. Dieses habe keine Fluchtmöglichkeit gehabt. Für den Jagdverband ist die von den Behörden als „Effizienzjagd“ bezeichnete Methode nichts anderes als eine „höfische Feudaljagd“ der Beamten von Forstminister Johannes Remmel (Grüne). Mit dabei gewesen sein soll auch Remmels Parteifreund Andreas Wiebe, der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW“.

Wir meinen:

Jagd ist nicht nur und nicht einmal in erster Linie „Beute machen“ und erst recht kein Schießsport, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe im Dienste der Nachhaltigkeit, nämlich der Erhaltung eines gesunden und artenreichen Wildbestandes in Übereinstimmung mit dem Biotop und der Land- und Forstwirtschaft (so exemplarisch § 1 BJagdG). Da passen Jagdgatter nicht mehr in die Zeit.

Merke: Wir haben die Erde nicht von unseren Vätern geschenkt bekommen, sondern von unseren Kindern geborgt!

Jäger Zinnfigur

Ihr Dr. Wolfgang Lipps

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Jun 2013 18

Heizen mit Holz – noch mehr Probleme !


PelletfeuerIn meinem Blogbeitrag am 04. Februar habe ich auf den „Schweinezyklus“ beim Heizen mit Holz hingewiesen; will sagen – was so umweltfreundlich und preiswert daherkommt, unterliegt leider auch den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage, mit wechselnden Preisen.

Leider gilt mit den Marktgesetzen auch: wer kann, besorgt sich die Ware billig und verscherbelt sie teuer, guten Vorsätzen und Umwelt und Nachhaltigkeit zum Trotz. Und wenn man den Verbraucher nicht so richtig doll aufklären muss, ist das auch recht!

Pellets aus Übersee?

Matthias Brake macht uns in Telepolis am 12.06.2013 darauf aufmerksam, dass zum einen auch die großen Energieerzeuger – RWE, Vattenfall und andere – Pellets als Energiequelle entdeckt haben und in großem Umfang nachfragen, was ja nun für den kleinen Verbraucher nicht so günstig ist, und dass diese Nachfrage zu Umweltproblemen führt, die man gerade vermeiden wollte.

So werden in den USA zunehmend große Wälder gerodet. Deshalb unterhält RWE ein eigenes Pelletierwerk in Georgia mit ca. 1.500.000 Tonnen Jahresproduktion, um unter anderem sein Kohlekraftwerk Tilbury zum weltweit größten Biomassekraftwerk umzurüsten. German Pellets presst 500.000 Tonnen Pellets in Texas und baut in Louisiana ein Werk mit einer Kapazität von 1 Million Tonnen pro Jahr. Kraftwerksbesitzer in Polen streben nach Anerkennung der Mitverbrennung von Holz in Kohlekraftwerken als Ökostromerzeugung. Vattenfall denkt in die gleiche Richtung und wollte sogar zunächst Tropenholz in Klingenberg verfeuern – das ist zwar aufgegeben, aber man sucht für Moabit und Lichtenberg Pellets aus USA und Kanada, die in zwei neuen Biomasse-Kraftwerksblöcken verfeuert werden sollen.

Und die Folge ?

Das alles führt nicht nur zwangsläufig zu einer Verteuerung dieser Biomasse für den „Häuslebesitzer“, sondern leider auch zur Abholzung von Wäldern überall auf der Welt. Und dort gelten weithin eben gerade nicht die europäischen Vorschriften, insbesondere nicht in den USA, mit denen verhindert werden soll, dass Energiepflanzennutzung auf Flächen mit großer biologischer Vielfalt wie Sümpfen und Mooren stattfindet.

Wie Brake richtig feststellt: „Das Bild vom CO2-neutralen Brennstoff aus Holzresten einer nachhaltigen Forstwirtschaft entpuppt sich als Greenwashing“, was ein schöner ökologischer Ausdruck ist für „Augenwischerei“.

So hat halt jedes Ding seine zwei Seiten – die schöne und die, sagen wir mal, die weniger schöne!

Ihr Dr. Wolfgang Lipps (Geschäftsführer)

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Mrz 2012 14

Unsinn mit Methode: der sogenannte Wald-Wild-Konflikt


 Seit Jahren – ach, was sag´ ich? Seit einigen Jahrzehnten – machen wir Jäger (oder jedenfalls viele denkende Jäger, das gibt´s auch!) uns Gedanken über die Zukunft der Jagd, einer Jagd, wie wir sie aus vielen Gründen lieben. Zugegebenermaßen wursteln gleichzeitig viele Jäger, vor allem viele Revierinhaber, gedankenlos weiter wie seit alters her. Jedoch zwingt uns vieles, das wir mit offenen Augen um uns herum in der Gesellschaft, in der Politik, in der Natur erleben vielleicht nicht unbedingt zum „Umdenken“, aber jedenfalls zum „neuen Denken“.

 Aber während wir uns gerade dieser fordernden und anstrengenden Tätigkeit hingeben, kommt neben vielerlei Herausforderungen ein Problem auf uns zu, das wir, mit Verlaub, so dringend brauchen wie zwei kalte Füße: der sogenannte Wald-Wild-Konflikt! Der eignet sich wunderbar dazu, mit tönenden Leerformeln Debatten zu führen, hinter deren überwiegender Hohlheit – Wald-vor-Wild, Wild-vor-Wald, Wald-mit-Wild oder Wald-ohne-Wild – sich ganz handfeste Interessen verstecken, die alle gegen die traditionelle Jagd gerichtet sind. Wenn wir Jäger – und damit meine ich wieder in erster Linie die Revierinhaber und dann unsere Interessenvertreter – uns auf diese nervigen Scheingefechte länger einlassen, dann graben wir uns selbst auf lange Sicht das Wasser ab.

 Zunächst: Quo vadis Jagd?

 Unter dem Titel „Vision 2030“ befasst sich die Zeitschrift Halali in der Ausgabe Februar-April mit der richtigen und einfachen Frage, wie wir in der Zukunft jagen werden. Nach einer treffenden Zustandsanalyse folgt ein etwas schwaches Resumé.

 Der Zustand aber ist rasch, wenn auch unvollständig, mit vier Bemerkungen beschrieben: Die einigermaßen überhastete und demgemäss weitgehend konzeptionslose Energiewende verändert unsere Landschaft und damit unseren, der Jäger, ökologischen Wirkungsraum in drastischer Weise; die moderne Forstwirtschaft will auf ihren schwindenden und durch wandelnde Natureinflüsse zunehmend bedrohten Forstflächen Wildschäden immer weniger tolerieren und tendiert deshalb immer stärker zum wildfreien Wald; die gesellschaftliche und damit politische Akzeptanz der Jagd in einer globalisierten und tradierter Kultur zunehmend fremder werdenden multikulturellen Welt nimmt rapide ab und gleichzeitig erobert der moderne oftmals zunächst naturfremde Mensch für verwaltete Freizeit, Sportbetätigung und Erholung immer mehr natürliche Lebensräume unter Verdrängung der dortigen Lebensformen.

 So isses!

 Unsere „Standesvertreter“, die Landesjagdverbände und der DJV, aber darunter schon die Kreisjägerschaften und Hegeverbände stehen, mangels theoretischem Unterbau, diesen Entwicklungen einigermaßen hilflos gegenüber. Da darf man sich dann nicht wundern, dass hier und da sogenannte Gutachten zur angeblichen  Wald-Wild-Problematik aus dem Boden schießen, dass sich vordergündige Waldbauinteressen in Wald-Wild-Symposien, z. B. in Göttingen 2012, in den Vordergrund drängen, dass falsch verstandener Tierschutz ausgerechnet den armen Biber protegiert, dass sogenannte Grüne als zuständige Minister allerlei, um es vorsichtig auszudrücken, merkwürdige Regelungen oft gegen die Jagd erfinden, dass die unselige Föderalismusreform den internationalen Stellenwert der Jagd und die innere Rechtseinheit beschädigt und was dergleichen Unerfreulichkeiten mehr sind. Ein kleiner Blick in den Jagdrechtsblog www.jagd-umwelt-naturschutz.de ist da ganz aufschlussreich.

 Hie Welf hie Waibling.

 Da haben wir nun im Handumdrehen eine schöne – oder weniger schöne – Frontenbildung. Die staatliche und private Forstpartie, selbst unter mancherlei Zwängen und mitten in der gigantischen Aufgabe eines modernen Waldumbaus, vertritt ihre Interessen geschickt und gut organisiert, und die sind nun mal, machen wir uns nichts vor, trotz aller gesetzlich zum Beispiel von § 1 des Bundesjagdgesetzes geforderten Lippenbekenntnisse zur Jagd auf den „Wald ohne Wild“ oder jedenfalls mit verd… wenig Wild gerichtet. In der Landwirtschaft sieht das nicht anders aus. Beide, flankiert noch von Städteplanern und Golfplatzentwicklern und Freizeitparkpromotern und Baumpfad-Heinis und dergleichen Zeitgenossen mehr sind besser organisiert und besser vernetzt als die Jäger und argumentativ ganz weit vorn. Da fühlt sich der Jäger dann nicht mal zum bescheidenen Dienstleister sondern zum Knecht oder Hilfsscherriff degradiert, wie man an dem Beitrag vom 24.02.2012 über die Jägerschaft am Ende des Holzweges oder vom 09.02.2012 über das Wald-Wild-Symposium in Göttingen im www.jagdblog.blogspot.com sehen kann.

 Das argumentative Hauptargument, der rhetorische Hammer ist da immer die gebetsmühlenhaft wiederholte Mär von den „überhöhten Schalenwildbeständen“, die von den „trophäengeilen“ Jägern gezüchtet würden und den Wald auffressen würden und deshalb drastisch reduziert werden müssen; dazu werden dann geschickte Pseudobeweise geliefert wie „Weisergatter“ und mehr oder minder stringente „waldbauliche Gutachten“ und natürlich beeindruckende Schadensfotos, deren Beweiswert häufig etwa dem der bekannten Fotos von fliegenden Untertassen oder dem Ungeheuer von Loch Ness gleicht.

 Gut, das ist jetzt mal polemisch, wie vieles von dem oben Gesagten. Natürlich gibt es überhöhte Schalenwildbestände, aber eben nicht flächendeckend, sondern sehr lokal. Da muss was passieren – was, dazu kommen wir noch. Natürlich gibt es auch, punktuell oder lokal oder höchstens mal kleinräumig regional, untragbare Wildschäden. Auch da muss was passieren – was, das sagen wir noch. Natürlich müssen wir alle darüber sprechen, vielleicht auch diskutieren, aber bitte nicht an runden Tischen – die sind ein Synonym für die Einigung vieler auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, und der ist fast immer viel zu klein! Natürlich gibt es Trophäenjäger oder Jagdrambos, die den Zug der Zeit verpasst haben, aber die werden schon von den Jagdgesetzen in Zaum gehalten.

 Was wir aber gegenwärtig haben, ist polemische Totschlagdiskussion von den radikalen Rändern der beteiligten Gruppen her, und das brauchen wir wie die oben zitierten kalten Füße.

 Worum geht´s denn nun wirklich?

 Nach dem Vorgesagten sieht man, jedenfalls dann, wenn man die Diskussion gutwillig angehen will, dass es darum geht, erkannte Konflikte einer gemeinsamen Lösung zuzuführen. Das ist ja nun nichts Neues, das ganze Leben dreht sich darum. Wie also halten wir den Ball flach und gehen alle erfolgreich und gut gelaunt nachhause?

 Da hilft uns ein inzwischen schon fast wieder verpönter Begriff, immerhin eine Erfindung oder jedenfalls Findung der Forstwissenschaft: Die Nachhaltigkeit. Schreien Sie nicht gleich auf, es folgt keine schwülstige Definition, sondern nur der Hinweis, dass wir die Erde bekanntlich nicht von unseren Vätern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen haben. Deshalb dürfen wir „uns die Erde untertan machen“, säen und ernten, züchten und töten, wir dürfen die Früchte ziehen, aber die Substanz nicht zerstören. Das ist, bei aller Streiterei über den Begriff, eigentlich inzwischen allgemein akzeptiert.

 Die einzelnen Wirtschaftsbereiche, in denen wir leben, sind deshalb sogenannte „Nachhaltswirtschaften“, und ganz besonders trifft das zu auf die Waldwirtschaft, die Landwirtschaft und – na klar! – die Wildbewirtschaftung, vulgo: die Jagd. Alle diese Bereiche werden nachhaltig genutzt, wozu natürlich auch gehört, dass der Nutzen gemehrt werden muss, weil letztlich Menschen davon leben. Und modernes Wirtschaften erfordert auch modernes Wirtschaftsmanagement. Das haben die Forstleute ebenso erkannt wie die Agrarwirtschaft.

 Wer´s noch nicht kapiert hat, sind die Jäger.

 Das macht aber nichts, auch wenn viele wie der Jagdblog etwas anderes meinen. Denn die verschiedenen Nachhaltswirtschaften, für unser Problem insbesondere Wald und Jagd, überschneiden sich natürlich, und das gibt dann Konflikte. Der Wald braucht möglichst wenig Verbiss bei geringen Bewirtschaftungskosten, möchte also die Naturverjüngung ohne Schutzmaßnahmen hochbringen, und da ist garkein Wild natürlich noch effizienter als Wild. Die Jagd möchte (und muss laut Jagdgesetzen) einen gesunden und artenreichen Wildbestand haben, den man möglichst auch noch bejagen kann. Aber der muss halt äsen, und das Rehwild als Konzentratselektierer liebt nun mal die frischen Terminaltriebe der jungen Bäume und schafft ganz schön was davon weg. Hirsche wiederum, insbesondere dann, wenn Verkehr oder Landwirtschaft oder Tourismus oder Sport sie in kleiner werdende Waldgebiete zwingen, gehen mächtig zu Schaden.

 Diese Konflikte werden zunächst einmal generell durch das Recht geregelt. Die Jagdgesetze, die Naturschutzgesetze, die Waldgesetze bestimmen die generellen Grenzen. So regeln die Jagdgesetze zwar einen Vorrang des Waldes (wie der Landwirtschaft) und sind insofern schon eine Art „Wald-vor-Wild“-Regelung, aber die Untergrenze ist eben, weil Wild ein zu unserer Landschaft gehörendes Kulturgut ist, der „biotopgerechte gesunde und artenreiche Wildbestand“. Der muss natürlich die gehegte Biomasse äsen, und das muss der Forst- oder Landwirt hinnehmen; das ist die sogenannte „Tragbarkeitsgrenze“, die nicht ersatzpflichtig ist und von den Gerichten zunehmend anerkannt wird.

 Wie das nun im örtlichen Detail geregelt sein muss, wieviele „Schalenwildeinheiten“ also ein bestimmtes zu definierendes Biotop unter dem Dach der generellen Regelung verträgt, das muss örtlich festgelegt werden. Da müssen dann die Forstleute und die für den Wildbestand zuständigen Jäger sich einigen, aber nicht unter ideologischen Postulaten, sondern als gleichberechtigte Partner zweier einander bedingender Lebensgemeinschaften. Wenn sie sich nicht einigen können, müssen sie ein gemeinsames fachlich qualifiziertes Mediationsorgan einsetzen, das, wie letztlich die Gerichte, eine „Befriedungsfunktion“ ausübt, der sich alle unterwerfen.

 Warum aber klappt das noch nicht so richtig?

 Betrachtet man die einzelnen Protagonisten, so erkennt man, dass bisher die Jäger in diesem System noch das schwächste Glied und deshalb leicht ein Spielball polemisch verbrämter Durchsetzung der Partikularinteressen von einigen Waldbesitzern oder Naturschützern oder wem auch immer sind. Das wird natürlich dadurch begünstigt, dass, mal als Beispiel, 20 oder mehr lokale Jagdpächter sich einem straff geführten und wirtschaftlich modern denkenden Agrar-Großbetrieb gegenübersehen, oder 20 Begehungsscheininhaber einem ebenso geführten staatlichen Forstbetrieb. Da fällt der Begriff der gleichberechtigten Partnerschaft gleich mal durch die Ritze.

 Methode mit Sinn oder Unsinn mit Methode?

 Besser das Erste. Der Wald-Wild-Konflikt ist einfach so, wie er heute rumposaunt wird, Unsinn (bei Hamlet heisst es noch krasser: Wahnsinn) mit Methode, wobei die Methode eben einfach die Durchsetzung von Partikularinteressen auf Kosten des Schwächeren ist, und das ist letztlich allemal unser Wild und dann unsere Jagd! Dabei können alle Beteiligten bei einigem guten Willen die durchaus vorhandenen Probleme gemeinsam erkennen und dann darüber sprechen und dabei natürlich Konflikte benennen und sich zunächst über die Ober- und Untergrenze der Konfliktlösung verständigen und dann die Lösung beschliessen oder, wenn sie das nicht können, entscheiden lassen. Wahrscheinlich müssen die Jäger, wieder vor allem die Revierinhaber, sich dafür neu auf die Grundlagen besinnen, anders organisieren, und die Interessen der – Gegenseite? Nein, Partner in Forst- und Landwirtschaft – verinnerlichen, vor allem heutzutage auch die ökonomischen Interessen. Dann sollte es diesen albernen Konflikt so nicht mehr geben!

 Man „muss nur wolle könne“.

 Mit Weidmannsheil Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

 

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Dez 2011 02

DURBAN Klimakonferenz – wird bestimmt mal wieder nix !


Durban, Klima und die Nachhaltigkeit

Wir wissen inzwischen alle: der Klimagipfel in Durban macht, mit Verlaub, keinen Sinn. Mitten in seiner Sitzungszeit steckt er in einer Sackgasse (so mit Recht der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer in WELT online). 5 Länder auf der Welt, nämlich China, USA, Indien, Russland und Japan sind für die Hälfte des Kohlendioxidausstosses verantwortlich, zusammen mit den nächsten 5, nämlich Brasilien, Deutschland, Kanada, Mexiko und Iran, für zusammen zwei Drittel. Daran wird sich kaum was ändern!

In Durban wird ferner auch über die Entwicklungshilfezahlungen verhandelt, mit denen weltweit effiziente Technologien insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern gefördert werden. Viel Geld! Es soll die Produktions- und Lebensbedingungen der Industriestaaten verbreiten.

Leider auch deren Industrialisierung und vor allem deren Ressourcenverbrauch. Und das halten die Forscher des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms (IGBP) für grottenfalsch, wie Matthias Brake in Telepolis vom 02.12.2011 berichtet (http://www.heise.de/tp/blogs/2/print/150933). Hier gibt es nämlich bisher einen Maßstab für den gesellschaftlichen Entwicklungsstand der Empfängerländer, der aber nur Parameter wie Lebenserwartung, Schuldauer, Bruttosozialprodukt enthält, den sogenannten Human Development Index (HDI – http://hdr.undp.org/en/reports/global/hdr2011/).

Wie der Sprecher Owen Gaffney (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1606912) des IGBP richtig erkannt hat, fehlt hier die Nachhaltigkeit, obwohl die Vereinten Nationen die doch dauernd im Munde führen. Der HDI müsste also jetzt ein HDSI, „S“ für „sustainability“ werden (so z. B. Chuluun Togtokh von der Universität Ulan Bator).

Aber, wie der Titel schon andeutet: Daraus wird bestimmt wieder nix.

Denn damit würden einige Länder wegen der Neubewertung ihrer Nachhaltigkeit ziemlich blass aussehen: Deutschland würde zwar nur von Platz 9 auf 10 abrutschen, aber Australien von 2 auf 26 und die USA, die den Klimawandel sowieso blockieren wo sie können, von 4 auf 28 (und die VAE von 30 auf 123!).

Und weil das deutlich macht, dass besonders energiehungrige Staaten wahrhaftig kein Vorbild mehr sind für die Zukunft der Welt, werden die wohl – nee, nicht etwa beeindruckt zum Besseren hinarbeiten, sondern einfach verhindern.

Wie gehabt.

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

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Mai 2011 17

Nachhaltigkeit – Sinn, Unsinn, oder gar Blödsinn?


Die Arbeit unseres Instituts ruht auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit, siehe „wir über uns“. Wir haben das verinnerlicht, wir sind damit zufrieden, wir leiten daraus unser Weltbild ab und demgemäss unsere Anleitungen zum Handeln. Und niemand hat uns bislang widersprochen oder gar vorgeworfen, wir seien Dummbeutel und erkennbar auf dem falschen Wege.

 Deshalb lesen wir mit grossem Erstaunen, und grosser Nachdenklichkeit, den brilliant geschriebenen Artikel von Dirk Maxeiner am 13.05.2011 in der WELT. „Formel zur Erlösung“ heisst er und haut den Begriff der Nachhaltigkeit elegant aber unerbittlich in die Pfanne!

 Hat er etwa Recht?

 1.       Der WELT-Artikel

 Nach der tollen Einleitung: „Scharlatane haben sich zu allen Zeiten hinter Wort-Ungetümen versteckt“ – sozusagen die Sizilianische Eröffnung in der Botwinnik-Variante – nimmt sich Dirk Maxeiner den Bericht „Welt im Wandel“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) vor, der mit allerlei schwülstigen Erklärungen, die Maxeiner sehr schön zitiert, dazu geführt hat, dass die Bundeskanzlerin die Nachhaltigkeit bezeichnet als „Leitprinzip der Bundesregierung“ und demgemäss die Deutschen auffordert, „über alle Lebensbereiche hinweg den Nachhaltigkeitsgedanken zu verinnerlichen“.

 Bis dahin, Freunde, sind wir, obwohl wir uns sicherlich besser und verständlicher ausgedrückt hätten, im Prinzip noch dabei.

 Jetzt fragt sich Dirk Maxeiner allerdings, was denn Nachhaltigkeit eigentlich sei, und zitiert allerlei Unsinn wie z. B. den erwähnten WBGU, der offensichtlich meint, Nachhaltigkeit sei nicht zuletzt Fantasie (?). Und Hubert Markl, der ehemalige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, hielt nach Maxeiner den Begriff für unklar genug, dass sich alle darauf einigen könnten. Die Brundtland-Kommission definierte danach die Nachhaltigkeit so: „dass sie die Bedürfnisse der gegenwärtig lebenden Menschen befriedigt, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen in Frage zu stellen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.

 Maxeiner darauf: „Nachhaltigkeit ist demnach eine Art Welterlösungsformel. Problematisch wird es erst, wenn der Kellner die Rechnung bringt: welche Bedürfnisse dürfen es denn noch konkret sein?“ und dann führt er allerlei auf, eine Mahlzeit pro Tag oder drei, Wohnung, Altbau oder Platte, Urlaub, wenn ja mit Flugzeug, und wer entscheidet das?

 Na ja, polemisch ganz eindrucksvoll.

Aber was, wenn überhaupt, will der Dichter uns damit genau sagen?

 Maxeiner läuft nämlich dann – so meinen wir jetzt mal – einigermassen aus dem Ruder, wenn auch immer noch auf der Woge eindrucksvoller Logik. Das macht eben den intelligenten Debattenbeitrag aus, beste englische Tradition!  Denn jetzt führt er Nachhaltigkeit mal schnell rhetorisch ad absurdum – wollte man vielleicht früher nachhaltige Pferdekutschen? Petroleumlampen? Raddampfer? Frühere Generationen trieb nicht der Gedanke an die Nachwelt, sondern die wollten ihren gegenwärtigen Wohlstand mehren, weiter nix.

 Auch die Vorstellung, die Nachhaltigkeit sei ein Naturgesetz, hält Maxeiner für, halten zu Gnaden, Blödsinn. Die Forstverwaltung, die dieses „Gesetz“ er- oder besser gefunden habe, sei nicht an einem Weltbild interessiert gewesen, sondern an ökonomischer Nutzenmehrung.

 Die Natur aber sei Anarchie, Revolution, Katastrophe. Letztlich Evolution durch Anpassung an Veränderung. „Hätte sich die Natur vor ein paar Millionen Jahren entschieden, nachhaltig zu sein, dann dominierten heute noch die Dinosaurier den Planeten“.

 2.       Hat er Recht?

 Mit seiner beissenden Kritik an dümmlichen Redewendungen, an pseudo-wissenschaftlichen Definitionen und an aufgeblasener Rhetorik hat er Recht. Mit seiner ziemlich deutlich gewordenen Meinung, die Nachhaltigkeit als eine Art Handlungsanweisung sei, mit Verlaub, Blödsinn, hat er nicht Recht.

 Ganz im Gegenteil, auch wenn er das vielleicht nicht glaubt. Aber wahrscheinlich ist er intelligent genug, seinen eigenen Beitrag heimlich grinsend in Frage zu stellen – er muss es ja nicht zugeben!

 Denn Nachhaltigkeit in dem Sinne, in dem wir sie meinen, anwenden und propagieren, meint natürlich nicht, dass die Welt bleiben soll wie sie ist und dass Saurier in alle Ewigkeit überleben sollen, auch menschliche Saurier nicht. Wir lassen nun wirklich keine Ritterrüstung mehr rumlaufen, aus der der Ritter seit 300 Jahren rausgefault ist. Aber für uns ist Natur keineswegs „Revolution, Chaos, Katastrophe“, auch wenn das immer wieder stattfindet, sondern, wie Maxeiner so nebenbei konzediert, Evolution.

 Und die verlangt, dass wir die Erde als Treuhandgut behandeln, mit allen Veränderungen, wohlgemerkt, mit allen evolutionären Entwicklungen und Verwerfungen, als eine Erde, die wir nicht von unseren Vätern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen haben. Wir dürfen säen und ernten, Zuwachs abschöpfen und Nachkommendes dezimieren, aber wir dürfen den Kernbestand nicht eliminieren. Natürlich sind ohne unser Zutun unzählige Arten ausgestorben, aber wir sollen das geschehen lassen, ohne uns anzumassen, Arten auszurotten.

 Jede unserer Teilwirtschaften, z. B. Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Jagd, ist eine Nachhaltswirtschaft, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet ist, wie wir sie sehen, die aber natürlich andere Nachhaltswirtschaften überschneidet, und dabei Zielkonflikten begegnet, die gelöst werden müssen, auch gelegentlich, oder fast stets, durch Eingriffe in die reine Lehre.

 Na und? So ist das Leben.

 Deshalb denken wir, dass wir ein ganzes Stück weiter sind als Sie, lieber Dirk Maxeiner. Nix für ungut!

Dr. Wolfgang Lipps

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Jun 2010 07

Sparpläne – blöd und an der falschen Stelle ?


Das Sparpaket der Regierung steht – angeblich. 80 Milliarden in drei Jahren, davon 11 Milliarden im nächsten Jahr. Das ist eine einigermassen gute Nachricht, zumal das ganz ohne Steuererhöhungen gehen soll. Dass SPD und Gewerkschaften schon draufhauen, bevor Einzelheiten bekannt sind, ist der bekannte Pawlow´sche Reflex des Politgeschäfts und nicht weiter aufregend.

Allerdings wird ein gut Teil der Einsparungen aus dem sozialen Netz genommen, mit Einschnitten beim Kindergeld, beim Wohngeld, beim Elterngeld und bei Hartz IV. Ob das gerecht ist, kann man füglich bezweifeln.

Richtig ist, dass man auch an die Bundeswehr, die Atomindustrie und die Banken rangeht – obwohl das, was man bislang davon hört, eher moderat klingt; die haben ja auch eine mächtige Lobby. Noch richtiger ist, dass man auch die Subventionen auf den Prüfstand stellt.

Und da beginnt man sich zu fragen, ob nicht blöd und an der falschen Stelle gespart werden soll.

Denn sogar das Bundesumweltamt selbst, sicherlich kein Hort der Opposition, hat neuerdings festgestellt, dass zahlreiche Subventionen des Bundes den Zielen von Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz zuwiderlaufen. Da werden allein rund 48 Milliarden ausgegeben, wobei die Ländersubventionen noch ebenso unberücksichtigt bleiben wie die ständig steigende Tendenz. Mit 24 Milliarden werden fossile Energieträger (Steinkohle etc.) gefördert, womit der Klimaschutz konterkariert wird. Dabei wird bewusst verheimlicht, dass die Kohlesubventionen nicht 1,9 Milliarden EURO ausmachen, wie die Bundesregierung im Subventionsbericht behauptet, sondern tatsächlich 12,8 Milliarden. Immer noch aufgepäppelt werden der Flugverkehr (Steuerbefreiung für Kerosin und Wegfall der Mehrwertsteuer auf internationalen Flügen), was allein 11,5 Milliarden EURO im Jahre 2008 ausmachte. Die Bundesrepublik missachtet sowohl das Kyoto-Protokoll als auch das G-20-Abkommen von Pittsburgh 2009.

Das Umweltbundesamt fordert deshalb einen Nachhaltigkeits-Check für neue Gesetze.

Das fordern wir auch. Mit dem Streichen von nur einem Teil dieser schädlichen Subventionen könnte man das soziale Netz entlasten, die Sparziele elegant erreichen, und noch Geld für Umwelt und Naturschutz sowie für Bildung, Innovationen und einen gerechten Umbau des Steuersystems, auch ohne Steuersenkungen, übrigbehalten!

Dr. Wolfgang Lipps
JUN.i Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz

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Mrz 2010 29

Von der Forstakademie zur „Hochschule für Nachhaltigkeit“ – Glückwunsch!


Über dem Portal des Gebäudes in Eberswalde, in das im Jahre 1830 die Höhere Preussische Forstlehranstalt einzog, stehen die heute noch gültigen Worte: „Den Wald zu pflegen bringt allen Segen“. Hier wurde die forstliche Lehre und Forschung, die schon vorher begonnen hatte, weiterentwickelt – hier steht die Wiege der Entdeckung und Ausformulierung des Begriffs der Nachhaltigkeit, die heute alle Bereiche unseres Lebens beherrscht (oder jedenfalls beherrschen sollte). So wurde die alte Forstakademie zu Eberswalde die bedeutendste und wichtigste Forsthochschule Europas, bis sie 1963 von den Machthabern der DDR aus politischen Gründen geschlossen wurde. Aber schon 1992 nahm sie als Fachhochschule Eberswalde den Lehrbetrieb insbesondere in den Forstwissenschaften wieder auf und setzte die Tradition der von Pfeil, Ratzeburg, Schneider und vielen anderen begründeten Lehre und Forschung fort.
Ich hatte das Privileg, einige Jahre lang an dieser Hochschule das deutsche Jagdrecht zu lehren. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass die Fachhochschule – kein sehr fetziger Name – am Freitag dem 19. März 2010 umbenannt wurde in „Hochschule für nachhaltige Entwicklung.
Glückwunsch!
Was dieser Begriff bedeutet, lesen Sie in dieser website im Abschnitt „wir über uns“, dort „Nachhaltigkeit“.

Ihr
Dr. Wolfgang Lipps
Rechtsanwalt
Geschäftsführer JUN.i Institut für Jagd, Umwelt und Naturschutz
(Liepe bei Eberswalde!)

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Dez 2009 07

Einführung


Dies ist der erste und umfassende JAGDRECHTSBLOG im Internet.

Wir bieten zunächst eine rege Diskussion von und Antworten zu Jagdrechtsfragen. Vor allem finden Sie hier alle 2 bis 3 Monate einen lustigen aber verzwickten Rechtsfall, an dem Sie Ihr jagdrechtliches Wissen testen können – wenn Sie die richtige Lösung finden, nehmen Sie an einer Verlosung teil, s. Quiz!

Nehmen Sie zudem teil an unserer Subskription. Ab Mitte nächsten Jahres erstellt das Institut einen „Online-Kommentar des gesamten deutschen Jagdrechts“ – s. dort. Kommentiert werden das Bundesjagdgesetz, das Waffengesetz (mit allen Nebengesetzen und Verordnungen) und alle Landesjagdgesetze. Der gesamte Kommentar soll nach 24 Monaten abgeschlossen sein – die Online-Edition stellt sicher, dass er immer auf dem neuesten Stand ist.

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