Artikel-Schlagworte: „Wolf“

Okt 2017 08

Wölfe in Deutschland – die Diskussion der Ahnungslosen


Mit der Zunahme der Wölfe in Deutschland und der dadurch verursachten Probleme insbesondere für Nutztierhalter findet in der Presse, in verschiedenen Veranstaltungen und im Netz zunehmend eine rege Diskussion statt.

Dabei wird immer wieder eine Forderungsliste heruntergebetet, die in der Tat weitgehend wünschenswerte Punkte enthält: Ausweisung wolfsfreier Gebiete, „Obergrenze“ für Wölfe (gegenwärtig politisch besonders en vogue), Wolfsbewirtschaftung, Wolf ins Jagdrecht (höchst kontrovers diskutiert) und der Ruf nach einem endlich bundesweit effektiven „Wolfsmanagement“.

Fakten.

Vorwiegend aber wird diese Diskussion auf der breiten Basis profunder Unkenntnis geführt.

Der Wolf ist ein nach EU-Recht und deutschem Naturschutzrecht doppelt geschütztes Tier. Das bedeutet, dass es rechtlich gegenwärtig schlicht unmöglich ist,

  • Eine Obergrenze der Wolfspopulation festzulegen,
  • Wolfsfreie Gebiete auszuweisen, und
  • Diese Forderungen durch Bewirtschaftung (Erlegung) zu verwirklichen.

Schon damit sind die wesentlichen Grenzen eines vernünftigen Wolfsmanagements abgesteckt. Hinzu kommt, dass es, solange der Wolf nicht im Jagdrecht steht, praktisch niemanden gibt, der ohne eigene Risiken in die Wolfspopulation eingreifen kann, selbst dann nicht, wenn er es, wie der Jäger, kann und behördlich dazu aufgefordert wird.

Gesetzlicher Wolfsschutz.

Der Wolf findet sich unter den besonders geschützten Tieren in Anhang IV der FFH-Richtlinie (Fauna und Flora Habitat Richtlinie der EU). Art. 12 dieser Richtlinie verpflichtet die Länder zu einem strengen Schutzsystem für diese Tiere; Deutschland hat das übernommen und verbietet gemäß Art. 12 FFH:

a) alle absichtlichen Formen des Fangs oder der Tötung von aus der Natur entnommenen Exemplaren dieser Arten;

b) jede absichtliche Störung dieser Arten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten;

d) jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten.

Darüber hinaus gibt es Besitz- und Transport- und Angebotsverbote und eine strenge Berichtspflicht.

Wann kann ein Wolf erlegt werden?

Folglich ist die Erlegung eines Wolfs eine seltene Ausnahme und von Voraussetzungen abhängig, die im praktischen Leben so gut wir garnicht vorkommen können, oder aber jedenfalls eine vernünftige Maßnahme weitgehend erschweren (s. dazu unseren Blogbeitrag vom 24. Dezember 2016Wolfsmanagement in Brandenburg – so wird das nix!“).

Die Ausnahmeregelung findet sich nämlich in Art. 16 FFH-Richtinie:

(1) Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und unter der Bedingung, dass die Populationen der betroffenen Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet trotz der Ausnahmeregelung ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen, können die Mitgliedstaaten von den Bestimmungen der Artikel 12, 13 und 14 sowie des Artikels 15 Buchstaben a) und b) im folgenden Sinne abweichen:

a) zum Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen und zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume;

b) zur Verhütung ernster Schäden insbesondere an Kulturen und in der Tierhaltung sowie an Wäldern, Fischgründen und Gewässern sowie an sonstigen Formen von Eigentum;

c) im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art oder positiver Folgen für die Umwelt;

Die wesentlichen „Korken“ in dieser Regelung haben wir hier dick gedruckt. Es muss eine „andere zufriedenstellende Lösung“ fehlen, also z. B. die Betäubung und Verbringung in einen Zoo. Der „günstige Erhaltungszustand“ muss gewahrt sein – ob wir den überhaupt schon haben, und wenn nicht (wie viele Wolfsfreunde vehement behaupten), wann wir den unter welchen Bedingungen überhaupt kriegen, steht, mit Verlaub, in den Sternen. Die Schäden müssen „ernst“ sein – genügen da zwei Schafe von 20, oder vielleicht nicht? Die „öffentliche Sicherheit“ muss den Eingriff verlangen – ist die schon bedroht, wenn ein Wolf an einem Kindergarten vorbeiläuft? Und wann eigentlich „überwiegt“ ein „öffentliches Interesse“?

Deshalb kann man nach heutiger Rechtslage mit Fug sagen:

Der gegenwärtige effektive Wolfsschutz verhindert einen effektiven Schutz vor dem Wolf!

Solange hier keine vernünftigen Rechtsänderungen europarechtlich und danach im deutschen Schutzrecht durchgesetzt werden, haben wir es ausschließlich mit einer Diskussion der Ahnungslosen zu tun.

Die kann man sich auch sparen.

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sep 2015 28

NABU, Forsa und der Wolf – die Trickserei geht weiter!


Wolf 1 BildDer Sinn von Meinungsumfragen

Meinungsumfragen sind etwas Feines, wenn man, z. B. als Politiker oder Naturschutzbund, den eigenen Standpunkt vermitteln will. Das hat auch der NABU natürlich schon früh erkannt. Denn wenn eine große „repräsentative“ Mehrheit der deutschen Bevölkerung erkennbar die Behauptungen des NABU über, zum Beispiel, den Wolf oder den Biber, teilt, dann muss der ja richtig sein! Und dann kann man sich differenzierte Argumente in der Sache sparen. Denn die sind, wie auch das Bundesumweltamt weiß, eher hinderlich.

Aber die Sache mit dem Wolf scheint nicht so einfach zu sein, wie sich das NABU und Co. gedacht haben. Unliebsame Vorfälle nehmen zu. Kritische Stimmen mehren sich. Das Wolfsmanagement klappt nicht so richtig. Die Politik beginnt zurück zu rudern. Sachliche Argumente und vernünftige Handlungsempfehlungen sind nicht so recht zur Hand!Karikatur Wölfe

Befreiungsschlag

Da ist es mal wieder Zeit für einen Befreiungsschlag – denn schließlich ist der Wolf in Deutschland ja nicht nur ein höchst interessantes Projekt, sondern auch sehr lukrativ. Da soll möglichst nix nach hinten losgehen.

Also hat der NABU bei forsa wieder eine schöne „repräsentative Umfrage“ in Auftrag gegeben. Die stammt vom 31.08.2015 und unterstützt – oh Wunder – in geradezu begeisternder Weise die „überwältigende Zustimmung“, von der der NABU gern möchte, dass sie in der Bevölkerung vorhanden sei. Denn danach gilt angeblich:

–      54% aller Deutschen haben gegenüber dem Wolf „sehr positive Gefühle“, die 18 bis 29 jährigen Bürger sogar zu 61%,

–   89% aller Befragten glauben, dass Wölfe aus Nachbarländern zugewandert sind; ulkigerweise sind aber 17% der Meinung, die wären von Naturschützern ausgesetzt worden – da haben wir dann insgesamt 106%; das wird mit  Mehrfachnennungen erklärt; aber wie Wölfe gleichzeitig einerseits allein angestiefelt kommen und andererseits ausgesetzt werden können, ist eher schwer verständlich.

–           80% der Bundesbürger finden die Rückkehr des Wolfs erfreulich und 40% behaupten sogar angeblich, „ohne Wölfe in der Natur würde mir persönlich etwas fehlen“ (!).

und mehr dergleichen wundersame – und weitgehend unglaubwürdige – Behauptungen.kuschelwolf_1

 Forsa und die Meinungsmanipulation

Nachdem wir dem Gespann NABU/forsa schon mal Trickserei und Täuschung nachgewiesen haben (unser Blogbeitrag vom 24. März 2015), gehen wir angesichts des jetzt veröffentlichten Ergebnisses davon aus, dass auch in dieser Umfrage wieder getrickst und getäuscht wird. Denn forsa (und NABU und Co.) sind ja bekanntlich über Manipulationen von Umfragen keineswegs erhaben. Wir müssen das, nach eigenen leidvollen Erfahrungen, nicht weiter erläutern – geben Sie doch bei Google einfach mal ein „Manipulation mit Meinungsumfragen“ – da gibt’s 26500 Treffer – oder „forsa manipuliert mit Meinungsumfragen“ – da gibt’s sogar 76700 Treffer. Und wikipedia weiß zu letzterem Stichwort:

Generell gilt jedoch in den Augen vieler Branchenkenner: Umfragen von Forsa sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sehr häufig liegen sie weit weg von dem, was die meisten anderen Meinungsforschungsinstitute messen“.

Der NABU weiß das natürlich, findet es wahrscheinlich auch ganz prima. Gleichzeitig aber hat er versucht, sich mit einem Trick „vom Acker zu machen“: Er lässt nämlich forsa fragen, aufgrund welcher Informationen die befragten Bürger ihre Meinung abgegeben haben. Und da erfahren wir, dass die meisten von ihnen garnicht vom bösen NABU beeinflußt wurden, sondern: „Drei von vier Bundesbürgern (75%) haben die Informationen … aus der aktuellen Medienberichterstattung und 70% … aus Natursendungen im Fernsehen.“

Dass sowohl das Fernsehen wie auch gerade die Medienberichterstattung randvoll mit gezielten Informationen von NABU und Co. sind, wird natürlich schamhaft verschwiegen. Stattdessen haben angeblich 27% der Befragten, also mehr als ein Viertel, ihre Kenntnisse aus „Zoo oder Tierpark“ – wer´s glaubt! – und nur 24% haben ihre Meinung von Naturschutzverbänden.

Und dann schnell noch den Jägern, dem Lieblingsgegner von NABU, „ein vor´n Latz geknallt“: nur 7% haben ihre Kenntnisse von Jagdverbänden!

Gucke da!

Fazit

Klar ist – der Wolf ist da, und wir werden von nun an mit diesem großen intelligenten lernfähigen und effizienten Raubtier in unserer Kulturlandschaft leben müssen. Und wir können nur hoffen, dass sich die „Wolfseuphorie“, die nahezu ausschließlich von NABU und Co. geschürt, gefördert und durchgesetzt wurde, nicht später als schwerer Fehler erweist.

Was leicht passieren könnte!

Ihr Dr. Wolfgang Lipps

 wolfgang wolf

 

 

 

 

 

 

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Jul 2015 24

WÖLFE IN DEUTSCHLAND – DIE GROSSE VOLKSVERDUMMUNG ?


Abwehr der WölfeWenn´s um den Wolf in Deutschland geht, werden wir, die gesamte Öffentlichkeit, systematisch hinter´s Licht geführt. Das macht sich an 2 Punkten besonders fest:

Warum begründet niemand die Rückkehr der Wölfe?

In meinem Vortrag „Rotkäppchens Oma…“ habe ich erwähnt, dass man auf die Frage, weshalb wir eigentlich den Wolf in unserer dafür höchst ungeeigneten Kulturlandschaft brauchen, auch von den „Wolfsfreunden“ keine vernünftige Antwort bekommt. Ich habe das nicht weiter vertieft, aber kann das natürlich beantworten: weil es dafür keinen vernünftigen Grund gibt, aber einige Leute das, auch aus höchst lukrativen Gründen, gern wollen!  

Beweise?  

Lesen Sie mal im Bericht des BfN Bundesamtes für Naturschutz, BfN-Skripten 2013 / 2007 „Grundlagen für die Entwicklung einer nationalen Strategie gegen invasive gebietsfremde Arten“ (die für, nicht gegen den Wolf verwendet wird!) die Strategieempfehlung 33 (auf S. 23) für die nationale Politik (Link am Ende dieses Blogbeitrags). Da heißt es allen Ernstes und höchst entlarvend:  

„Für eine Aufnahme in die politische Agenda ist eine sich selbst tragende öffentliche Thematisierung bereits vor der Programmformulierung notwendig. Der Ruf nach der Hilfe durch den Naturschutz muss von außen öffentlich an diesen herangetragen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Problembewusstsein der verschiedenen Teilöffentlichkeiten strategisch vorzubereiten. Der Einsatz von Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit ist dabei unerlässlich.

Zu einem frühen Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit zu diesem Thema noch gering ist, muss der Naturschutz seine Diskursmacht ausbauen. Diskurslinien und -schwerpunkte sind in dieser Phase noch nicht verfestigt und daher formbar. Zur Initiierung eines IAS Diskurses sind Sachinformationen nicht zielführend. Zur Erzeugung von Aufmerksamkeit gilt es, das Thema IAS zu emotionalisieren. (Fettdruck von mir).

Die gewonnene Deutungsmacht muss dazu genutzt werden, die eigenen Kompetenzen als Helfer herauszustellen. Eine Koalition mit Partnern, die die gleichen Interessen verfolgen, wird diese Position stärken.“

Das, liebe Besucher dieser website, ist der Hammer! Oder mit den Worten von Lothar Schneider (vielen von Ihnen noch aus der Suhler Jagdhütte von Kettner als, u. a., erstklassiger Weidmann bekannt):

„Das dumme Volk muss eben nur ein wenig manipuliert werden, dann lässt es sich doch gern von Wölfen fressen, zumal das dann ökologisch vollkommen gerechtfertigt wäre, oder?

Um es klar zu sagen: In Deutschland läuft eine organisierte Pro- Wolf Propaganda, die einer kleinen Interessengruppe dient und keinerlei wissenschaftlichen Studien standhält. Die Politik macht das mit, weil diese auf Wählerstimmen hofft, aber fachlich keine Ahnung hat. Das wird sich mit zunehmenden Problemen sicher ändern, weil wolfsgeschädigte Wahlkreise weg- brechen. Nicht das angebliche „Rotkäppchensyndrom“ ist ein Märchen, sondern die Mär vom angeblich harmlosen Wolf. Keines der von der Wolfslobby angeführten verharmlosenden Argumente pro Wolf hält einer wissenschaftlichen und historischen Analyse stand. Natürlich hat der Wolf keine genetisch angeborene Angst vor dem Menschen. Das ist wissenschaftlich unhaltbar. Er vermeidet potenzielle Beute nur, wenn diese nicht zu erlangen ist.

In Deutschland lernt er gegenwärtig, der Mensch ist leichte Beute, wehrt sich ja nicht. Die Resterfahrungen der einwandernden Wölfe aus Gebieten, wo sie bejagt werden, der Mensch ist gefährlich, nehmen von Generation zu Generation ab. Testangriffe und dann reale Attacken auf Menschen sind vorprogrammiert.“

Wird die Gefährlichkeit des Wolfs bewusst verharmlost?

Dazu habe ich in meinem Vortrag schon viel gesagt. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick über unsere Grenzen dorthin, woher etliche unserer Wölfe kommen dürften, nach Russland. Hier hat Lothar Schneider aus eigener fundierter Erfahrung in einem interessanten Aufsatz (Link am Ende dieses Blogbeitrags) unter anderem auf Folgendes hingewiesen:  

  • Die Eindämmung der stetig wachsenden Wolfsbestände in Russland ist trotz scharfer Bejagung gescheitert. Es ist vorauszusehen, dass es in Deutschland, wenn vielleicht auch weniger dynamisch, zu einer gleichgearteten Entwicklung kommen wird.

  • Jagdhunde, dann aber natürlich auch andere Hunde, sind extrem gefährdet.

  • Der Wolf hat keine natürliche Scheu vor dem Menschen, der Vollschutz ist höchst gefährlich.

Der Aufsatz ist lesenswert.  

Ich kann deshalb nur immer wieder betonen: Der Wolf gehört ins Jagdrecht, der Vollschutz ist einzuschränken, Wolfsbestände sind streng zu regulieren, und: Schluss mit der Volksverdummung und die Fakten auf den Tisch!  

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps  

BfN-Skripten: https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript213.pdf

Aufsatz Schneider: https://www.dropbox.com/s/6f4sdj7xmsineak/EinsatzvonJagdhundeninWolfsgebieten.doc.docx?dl=0  

Bildnachweis: Abwehr der Wölfe, Öl/Lw./Holz, 31,5 x 52 cm, r. u. sign. Stanislaw Wolski. – Polnischer Landschafts- u. Historienmaler, studierte in Warschau bei W. Gerson, an der Kunstschule Krakau bei J. Matejko sowie an der Münchner Akademie. – Lit.: Thieme-Becker, Bénézit u.a.    

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Jul 2015 12

Rotkäppchens Oma lässt grüßen: DER WOLF IST WIEDER DA !


Wolf_BrehmDies ist der Titel eines Vortrags, den ich am 11.Juli vor der Versammlung der Brandenburgischen bestätigten Jagdaufseher gehalten habe (Link am Ende dieses Blogbeitrags). Ich habe hier darüber berichtet, wie die Wolfspopulation gegenwärtig in Deutschland aussieht, warum der Wolf hier ist, woher er kommt, und wie die gegenwärtige Rechtslage in Bezug auf den Wolf ist.

Ich halte den Wolf, ein beeindruckendes Tier, zwar für eine Faunenbereicherung, aber bin gleichzeitig der Meinung, dass die geduldete, geförderte, wenn nicht gar absichtlich herbeigeführte Wiedereinbürgerung dieses Raubtiers viel Verantwortungslosigkeit und Unvernunft deutlich macht; die Bevölkerung und die Politik wurden mit (durchaus lukrativer) Ideologie überrumpelt. Die Folge ist, dass erst allmählich klar wird, welche Probleme die zunehmende Anwesenheit des nach dem Bären größten und vor allem klugen und lernfähigen Landraubtiers in unserer Kulturlandschaft mit sich bringt.

Der Hauptgrund aller Probleme ist der absolute Vollschutz des Wolfs, der dazu führt, dass der Wolf, da vom Menschen erkennbar keine Gefahr ausgeht, den einzigen Schutzmechanismus einbüßt, der den Wolf vor dem Menschen, vor allem aber den Menschen vor dem Wolf schützt: die Scheu!

Ich bin ferner der Meinung, dass es schon heute nur ein ungenügendes und zersplittertes Monitoring von Wölfen gibt und dieser Zustand sich eher verschlechtern wird. Deshalb helfen auch alle gut gemeinten Managementpläne gegenwärtig nichts. Ich belege das im Vortrag mit einer Fülle von Quellen.

Ich stelle in meinem Vortrag eine Reihe von Forderungen an die europäische und deutsche Politik, insbesondere die Rechtspolitik, die über die bisherigen Resolutionen hinausgehen. Wir Jäger sind aufgerufen, unseren gesamten Sachverstand einzubringen, bevor die Dinge aus dem Ruder laufen.

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

Download-Link zum Vortrag:

https://www.dropbox.com/s/re6guuizsqkje86/DER%20WOLF%20IST%20WIEDER%20DA.pdf?dl=0

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Jun 2015 14

WOLFSTOURISMUS – dümmer geht’s nimmer !


wolf_2Die Zahl der Wölfe und Wolfsrudel in Deutschland steigt stetig. Noch im Mai 2015 meinte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen, es lebten etwa 25 Rudel, 8 Paare und 3 residente Einzelwölfe in Deutschland – das deckt sich allerdings nicht im Geringsten mit den weit höheren Bestandszahlen, die in einzelnen Ländern festgestellt wurden; allein in Brandenburg wurden ja schon mehr Wölfe gezählt. Inzwischen merken auch die „Wolfsfreunde“, nicht nur bei NABU, WWF und PETA, sondern auch in der Politik, dass man mit der erlaubten Ansiedlung von Wölfen eine Entwicklung losgetreten hat, die unbeherrschbar zu werden droht.

Das Zauberlehrling-Syndrom

Das ist halt das „Zauberlehrling-Syndrom“ unserer selbsternannten Naturschützer: Der Zauberlehrling macht aus einem Besen einen Wasserträger, der läuft aus dem Ruder und überflutet das Haus, daraufhin zerhackt er den mit einem Beil mit der Folge, dass nun zwei Wasserträger noch mehr Unheil anrichten, bis der Meister dem Spuk ein Ende setzt.

Goethe beschreibt in seinem Gedichtaufbau ganz hervorragend, auf was sich Menschen immer wieder einlassen, denn das Geschehen nimmt, wie die Bemühungen um die Wiederansiedelung des Wolfs, bekanntlich folgenden Verlauf:

  1. Überheblichkeit und Wichtigtuerei („Willkommen Wolf!“)
  2. Umsetzung des Vorhabens (Mehrfacher Schutz des Wolfs)
  3. Machtrausch („Wir sind die Wolfsexperten“)
  4. Angst und Verzweiflung (Nutztierrisse und erste Wolfsbedrohungen)
  5. Hilfloses Schimpfen (meist auf die Vernünftigen)
  6. Verzweiflungstat (Die Politik beginnt allerorten zurückzurudern)
  7. Hilferuf (Wölfe, die die Menschenscheu verlieren, müssen beseitigt werden)

und im Gedicht, wahrscheinlich aber weniger im Leben:

  1. Rettung durch den Zaubermeister (irgendwer, vielleicht die Jäger, solls richten)

wolfsfreund3Und jetzt: Wolfstourismus?

Am 12./13.06.2015 berichtet jetzt die Märkische Oderzeitung, dass tatsächlich ernsthaft versucht wird, den Wolf touristisch zu vermarkten – nicht in einem Wildgehege, sondern in freier Natur, eine höchst ungewöhnliche Idee, um es mal nett auszudrücken. Steffen Butzeck, Wildbiologe im Landesumweltamt Brandenburg, hat der Zeitung berichtet, in Sachsen werde das Thema Wolf touristisch viel offensiver vermarktet – als in Brandenburg, meint er damit. Rund um Rietschen gebe es einen Wolfsradweg und Wanderwege. Und tatsächlich, bei Namakanka lesen wir im Internet: Ganz bequem lässt sich die Wolfsregion Lausitz mit dem Rad erkunden. Der 35 Kilometer lange Wolfsradweg führt vom Findlingspark in Nochten über die Erlichthofsiedlung in Rietschen zum Naturschutzzentrum im Schloss Niederspree durch eine reizende offene Landschaft die von Kiefernwäldern, Teichen und Flüssen geprägt ist. Wer dem Wolf auf Tuchfühlung gehen möchte kann auf geführten Wanderungen den Lebensraum des Raubtieres erkundschaften und dabei lernen wie man Spuren liest. Tieferes Wissen zum Wolf und dem Verhältnis zum Menschen erlangen oder entspannt ein Wochenende auf den Spuren des Wolfes wandeln, das kann man bei organisierten Wolfstouren in der Lausitzer Wildnis. Scinexx, eine website, die sich bescheiden als „das Wissensmagazin“ bezeichnet, schildert, wie NABU-Wolfsscouts Wölfe fährten, damit man die in freier Wildbahn antreffen kann, und erzählt dann treuherzig: Doch was tun die Wolfsscouts, wenn es endlich zu der Begegnung mit Isegrim kommt? Sie machen vor allem eins: Sie bleiben ruhig. Die Wolfsbeobachter bleiben in einigem Abstand still stehen und sprechen den Wolf mit ruhiger Stimme an. Danach dauert der magische Augenblick selten länger als eine Sekunde und ist doch oft der Beginn einer langen Sehnsucht bis zur nächsten Begegnung.“ Zeit-Online findet Wolfstourismus bei Jüterbog und um Spremberg „zum Heulen schön“ – sehr lustiges Wortspiel, ohne Zweifel!

Das und ähnliches befürwortet Steffen Butzeck erkennbar auch für Brandenburg.

Dümmer geht’s nicht!

Wir, und nicht nur wir, sondern zahlreiche vernünftige Jäger, halten das, freundlich ausgedrückt, für gefährlichen Unsinn. Denn da wird geradezu dazu eingeladen, so unverantwortlich mit Wölfen umzugehen, wie dies z. B. in Berlin mit der Fütterung von Wildschweinen (die selbst der NABU anprangert) oder allerorts mit der unsinnigen Fütterung von Tauben geschieht. Auf dem Truppenübungsplatz bei Munster stehen bekanntlich Soldaten im Verdacht, die sie bei Nachtmärschen wiederholt begleitenden Wölfe anzukirren – das soll jedenfalls untersucht und abgestellt werden, wie topagrar.com berichtet.

Die Chance, auf einem Radwanderweg einem Wolf zu begegnen, wird sicherlich größer, wenn der Wolf mitkriegt, dass hier immer wieder Leberwurstbrote „verloren“ werden!

Mit Rotkäppchens Körbchen voller Leckereien fängt es an und bei der toten Oma kanns aufhören – Märchen sind vielleicht garnicht so blöd, wie die „Wolfsfreunde“ meinen.

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

 wolf_mensch_karikatur

 

 

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