Warum scheren sich gerade die Jäger keinen Deut um ihr Recht?

Wir wissen aus langjähriger Anwaltserfahrung, dass Jäger (und leider oft auch Ihre Anwälte) nur höchst rudimentäre Kenntnisse vom Jagd- und Waffenrecht, erst recht vom Hygienerecht, Naturschutzrecht usw., haben Das ist deshalb so erstaunlich, weil gerade wir Jäger von Recht und Gesetzen, die sich bekanntlich „wie eine ew´ge Krankheit forterben“, umstellt sind.

Die kleinsten Fehler können uns den Jagdschein, die WBK und sogar das Revier kosten!

Dazu nur mal einige kleine Beispiele:

Fall 1:

Jäger J ist Alleingeschäftsführer einer kleinen Handels-GmbH. Im Zuge der Finanzkrise gehen die Geschäfte schlecht. Deshalb kürzt er zunächst die Löhne seiner Angestellten, damit er auch weniger Lohnsteuer zahlen muss. Für die legt er aber nichts zurück, für die Sozialversicherung auch nicht genug, und da kommt es zu Verspätungen. Vier Monate lang hangelt er sich von einem Tag zum anderen, und bekommt plötzlich ein Strafermittlungsverfahren wegen vorsätzlich verspäteter und nicht gesicherter Abgaben an die Backe – ich erspare dem Leser und mir die zahlreichen Vorschriften, die hier zuschlagen.

Sein Rechtsanwalt ist tüchtig und handelt die Strafverfolgungsbehörden runter auf einen Strafbefehl mit 80 Tagessätzen zu je € 10,00 – € 800,00 insgesamt, Peanuts in dieser gefährlichen Situation, der Anwalt ist stolz auf sich!

Das legt sich rasch, als sein Mandant den Jagdschein, die WBK und am Ende auch sein Revier loswird – § 5 Abs. 2 (1)a i. V. m. § 17 Abs. 1 BJagdG. Hätte der Anwalt die € 800,00 in 40 Tagessätze zu je € 20,00 aufteilen lassen, hätte J seinen Jagdschein noch.

Fall 2.

Weidmann W. hat in seinem Pachtvertrag die angenhme Klausel drin, dass er nach Ablauf von 3 Jahren den Pachtvertrag jederzeit mit 3-Monats-Frist auf das Jagdjahresende kündigen darf. Man weiss ja nie, und die Jagdgenossenschaft hat das Recht nicht.

Aber wie das so ist – man verkracht sich und der neue Jagdvorstand meint (rechtlich ausnahmsweise pfiffig beraten), der Pachtvertrag sei nichtig; schmeisst W aus dem Revier und verpachtet neu.

Vor Gericht hat W Pech. Der Pachtvertrag ist nichtig, weil die Kündigungsmöglichkeit die Mindestpachtdauer nach seinem Landesjagdgesetz abkürzt (abkürzen kann). Dumm gelaufen.

Dies Fälle könnte man endlos fortsetzen. Und was glauben Sie, wie die zunehmen, wenn sich erst die verdachtsunabhängige Kontrolle der Waffenschränke einspielt!

Deshalb versuchen wir, das Verständnis des Jägers für sein Recht zu vertiefen.

Und mehr noch:

Wir planen ab Mitte 2010 einen jederzeit aktuellen Kommentar des gesamten deutschen Jagd- und Waffenrechts online herauszugeben – Näheres finden Sie, wenn Sie den Button „Kommentar“ anklicken.

Damit Sie sich nicht langweilen, haben wir hier noch ein Gewinnspiel eingeführt, unseren Jagdrechtsquiz. Sie finden in Abständen von jeweils 2 bis 3 Monaten hier und unter dem Button „Jagdrechtsquiz“ einen lustigen Jagdrechtsfall, der es aber rechtlich gehörig in sich hat. Sie können im Lösungsraster die Ihrer Meinung nach richtigen Lösungen anklicken und an uns senden. Unter den richtigen Lösungen verlosen wir dann (Ausschluss des Rechtsweges, unser Ermessen) einen Preis.

Für den ersten Quiz ist das:

Ein Bockabschuss beim Aufgang der Bockjagd in unserem schönen Lehrrevier in Brandenburg im Oderbruch.

Beteiligen Sie sich an unserem Jagdrechtsquiz.

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1 Kommentar zu „Warum scheren sich gerade die Jäger keinen Deut um ihr Recht?“

  1. Peter Saile sagt:

    Das Konzept, einen Blog fuer Jaeger und Naturfreunde ins Leben zu rufen, um sich austauschen und informieren zu koennen ist hervorragend und wird auch den ueberzeugen, der nicht unbedingt immer ins Buch sehen will.

    Dr. Lipps hat mit seinem neuen Institut ohne Frage die Basis gelegt, dass man zukuenftig leichter vermeiden kann, nicht informiert zu sein und Fehler zu machen. Mit der richtigen Beratung fuer taugliches Schuhwerk beim Laufen mit meinem Labrador Retriever in der vor-winterlichen Natur haette ich sicher vermeiden koennen, mir das Bein zu brechen.

    Alles in allem eine Super Idee zu Weihnachten, wo die Zeit vorhanden ist, Informationen zu sammeln und ueber die Natur nachzudenken.

    Cheers,

    Peter Saile

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