DURBAN Klimakonferenz – wird bestimmt mal wieder nix !

Durban, Klima und die Nachhaltigkeit

Wir wissen inzwischen alle: der Klimagipfel in Durban macht, mit Verlaub, keinen Sinn. Mitten in seiner Sitzungszeit steckt er in einer Sackgasse (so mit Recht der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer in WELT online). 5 Länder auf der Welt, nämlich China, USA, Indien, Russland und Japan sind für die Hälfte des Kohlendioxidausstosses verantwortlich, zusammen mit den nächsten 5, nämlich Brasilien, Deutschland, Kanada, Mexiko und Iran, für zusammen zwei Drittel. Daran wird sich kaum was ändern!

In Durban wird ferner auch über die Entwicklungshilfezahlungen verhandelt, mit denen weltweit effiziente Technologien insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern gefördert werden. Viel Geld! Es soll die Produktions- und Lebensbedingungen der Industriestaaten verbreiten.

Leider auch deren Industrialisierung und vor allem deren Ressourcenverbrauch. Und das halten die Forscher des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms (IGBP) für grottenfalsch, wie Matthias Brake in Telepolis vom 02.12.2011 berichtet (http://www.heise.de/tp/blogs/2/print/150933). Hier gibt es nämlich bisher einen Maßstab für den gesellschaftlichen Entwicklungsstand der Empfängerländer, der aber nur Parameter wie Lebenserwartung, Schuldauer, Bruttosozialprodukt enthält, den sogenannten Human Development Index (HDI – http://hdr.undp.org/en/reports/global/hdr2011/).

Wie der Sprecher Owen Gaffney (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1606912) des IGBP richtig erkannt hat, fehlt hier die Nachhaltigkeit, obwohl die Vereinten Nationen die doch dauernd im Munde führen. Der HDI müsste also jetzt ein HDSI, „S“ für „sustainability“ werden (so z. B. Chuluun Togtokh von der Universität Ulan Bator).

Aber, wie der Titel schon andeutet: Daraus wird bestimmt wieder nix.

Denn damit würden einige Länder wegen der Neubewertung ihrer Nachhaltigkeit ziemlich blass aussehen: Deutschland würde zwar nur von Platz 9 auf 10 abrutschen, aber Australien von 2 auf 26 und die USA, die den Klimawandel sowieso blockieren wo sie können, von 4 auf 28 (und die VAE von 30 auf 123!).

Und weil das deutlich macht, dass besonders energiehungrige Staaten wahrhaftig kein Vorbild mehr sind für die Zukunft der Welt, werden die wohl – nee, nicht etwa beeindruckt zum Besseren hinarbeiten, sondern einfach verhindern.

Wie gehabt.

Ihr

Dr. Wolfgang Lipps

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